Von Hans-Willi Hermanns, 12.03.10, 20:41h
Sein erklärtes Ziel: Die großen Fragen aus dem „Privatclub“ der bestallten Philosophen zu holen. Wie er dabei vorgeht, war an den Auszügen aus seiner aktuellen Erzählung „Vom Sumo, der nicht dick werden konnte“ (Ammann-Verlag, 14,95 Euro) zu erkennen, die Andreas Grötzinger, Ensemble-Mitglied des Schauspiels Köln, vortrug.
Um einen spindeldürren Straßenjungen in Tokio geht es, der nach verkorkster Kindheit eine „Allergie gegen die ganze Welt“ entwickelt hat. Bis er sich nach anfänglicher Ablehnung zum Sumo-Ringer ausbilden lässt und lernt, seinen Körper so ökonomisch einzusetzen, dass ihm auch die dicksten Gegner nichts anhaben können. Die Liebe seines Lebens findet er auch.
Eine „Verbindung von orientalischem und okzidentalem Gedankengut“ sei das, erläuterte Schmitt. Eltern und Therapeuten hätten ihm begeistert geschrieben, dass die Erzählung auch eine gelungene Beschreibung der Probleme magersüchtiger Kinder sei, die ja den Kontakt zu ihren emotionalen Wurzeln verloren haben. Da passte es auch wieder, dass sich der stets freundlich lächelnde Monsieur Schmitt am Ende der Schiffspartie beim Kapitän bedankte - weil er sich nicht hatte „übergeben“ müssen. So weit kommt es bei der Lektüre von Schmitts erbaulichen Parabeln garantiert auch nicht. Andererseits dürfte ihr geistiger Nährwert - gute Absichten hin oder her - ab und an etwas höher ausfallen.
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22. April 2012,
E-Werk Köln