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Nachts die Ex-Geliebte mit Dolch bedroht

Von ULRIKE SCHÖDEL, 13.03.10, 07:18h

Für Hella F. (Name geändert) war es der Horror schlechthin: Der Mann, den sie mal geliebt hatte, stand nachts um fünf Uhr randalierend vor ihrer Terrassentür, klopfte gegen das...

BONN. Für Hella F. (Name geändert) war es der Horror schlechthin: Der Mann, den sie mal geliebt hatte, stand nachts um fünf Uhr randalierend vor ihrer Terrassentür, klopfte gegen das Fenster, fuchtelte mit einem Dolch und drohte, er werde sie umbringen. Dann soll er einen Hammer, den er auf der Terrasse gefunden hatte, genommen, die Fensterscheiben eingeschlagen und im Dunkeln nach der Ex-Geliebten gesucht haben. Die 56-Jährige aber hatte sich aus ihrer Erstarrung lösen können und war zu ihrer Tochter geflüchtet, die über ihr in der ersten Etage wohnte.

Die Bonner Staatsanwaltschaft hat den 57-Jährigen wegen des bedrohlichen Auftritts in der Nacht zum 15. Dezember 2009 jetzt wegen versuchten Totschlags angeklagt. Darüber hinaus wirft sie dem Arbeitslosen Bedrohung, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch vor.

In der Nacht hatte Hella F. gleich die Polizei alarmiert; als die Beamten am Tatort erschienen, war der Mann weg und wurde wohl zunächst auch nicht weiter verfolgt. Denn am Vormittag klingelte erneut das Telefon bei Hella F.: Wieder soll es der Angeklagte gewesen sein, der in den Hörer lallte: „Wenn wir nicht zusammen sein können, töte ich Dich und dann mich."

Mit 1,4 Promille wurde er später festgenommen. Die Trennung des Paares liegt schon über vier Jahre zurück: Hella F. war ausgezogen, weil sie die Gewalttätigkeit des Mannes bei seinen Alkoholexzessen nicht mehr ertragen hatte. Einen Tag vor der Tat, war sie - wie mit ihm verabredet - zu ihm gekommen, um noch einige Sachen aus der einst gemeinsamen Wohnung zu holen.

Bei der Polizei hatte der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft zunächst eingeräumt, dass er Hella F. töten wollte, weil sei ihn verlassen hatte. Beim Haftrichter jedoch korrigierte er seine Aussage: Er habe sie nicht töten, sondern ihr nur Angst einjagen wollen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Der Prozess beginnt Mitte April.



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