Von KLAUS MÜLLER-WOLF, 13.03.10, 07:18h
Werbung in
25 Millionen Katalogen
Ein Hingucker fürwahr für das Haus der Geschichte mit rund einer Million Besucher jährlich und die Museumsmeile insgesamt und eines der touristischen Zugpferde der Bundesstadt, die mit einem 725 Quadratmeter großen Gemeinschaftsstand im Verbund mit den Städten Köln und Düsseldorf bei der größten Touristmesse der Welt vertreten war. 350 000 Euro kostete die Präsentation, die Städte allerdings nur jeweils 20 000 Euro, den Rest zahlen Sponsoren, wie Tilmann Flaig, der Geschäftsführer der Tourismus-und Kongress (T & C) GmbH Bonn / Rhein-Sieg / Ahr, sagte.
Die Region Bonn werde in mehr als 25 Millionen Reisekatalogexemplaren der großen Veranstalter wie Dertour, Ameropa, Deutsche Bahn, IST, Neckermann, Thomas Cook und TUI vertreten, mit 80 Katalogen in Deutschland und 20 Katalogen in sechs europäischen Nachbarländern, den USA und Japan. Noch vor acht Jahren sei die Rheinregion so gut wie gar nicht präsent gewesen, so der T & C-Chef.
Das Engagement zahlte sich in Zeiten der Wirtschaftskrise aus. Der Trend im benachbarten Ausland zu Kurz- oder Städtereisen statt zum Mittelmeerurlaub kompensierte den Rückgang, der durch fehlende Tagungs- und Kongressgäste hervorgerufen wurde. Pro Jahr kommen nach Angaben von Flaig rund 30 000 Gäste über Reiseveranstalter in die Region und generieren 60 000 Übernachtungen, ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Bonns Oberbürgermeister Jürgen Mimptsch, für den es die erste ITB in seiner Amtszeit war, freute sich darüber, dass Bonn weiterhin mit 1 140 052 Übernachtungen wieder deutlich die Millionengrenze überschritten habe. Der OB, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der T & C ist, sieht aber noch Wachstumspotenzial durch Geschäftstourismus und die Internationalität der Stadt.
Die Region Bonn positioniere sich zunehmend als grüner Konferenzstandort. Zu diesem Zweck wurde vor vier Jahren das Projekt Sustainable Bonn - Konferenzort der Nachhaltigkeit gegründet. Aktuell seien bereits 40 Unternehmen aus Hotellerie, Catering, Konferenztechnik, Transport und Kultur zertifizierte Partner mit der Absicht, umweltfreundlich und nachhaltig zu wirtschaften und obendrein Kosten zu senken. Ein Konzept mit deutschlandweitem Pilotcharakter, das im vergangenen Jahr bei einer der bedeutendsten Konferenz-Fachmessen, der EIBTM, eine internationale Auszeichnung erhielt.
Optimismus verbreitete Nimptsch auch in Sachen World Conference Center. Das Insolvenzverfahren biete Chancen, das Projekt wieder in die städtische Regie zu übernehmen. Bonn werde das WCCB zu Ende bauen und nächstes Jahr einweihen.
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