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Shoppingcenter ein Gewinn?

Von GÜNTER WILLSCHEID, 16.03.10, 07:09h

Sowohl als auch: Einerseits nimmt die „Bonner Immobilien Börse“ (BIB) den Initiatoren der Bürgerinitiative gegen das geplante Einkaufszentrum, die sich heute Abend, 19...

SIEGBURG. Sowohl als auch: Einerseits nimmt die „Bonner Immobilien Börse“ (BIB) den Initiatoren der Bürgerinitiative gegen das geplante Einkaufszentrum, die sich heute Abend, 19 Uhr, im Brauhaus formieren will, ein wenig Wind aus den Segeln, andererseits bestätigt das Maklernetzwerk die Bedenken der Skeptiker. Auf jeden Fall aber kommt BIB zu dem Schluss: „Das Einkaufszentrum wäre ein Gewinn für Siegburg.“

Das Argument, dass mit dem geplanten Shoppingcenter die Mietpreise drastisch sinken könnten, widerlegt BIB zumindest für die direkte Nachbarschaft des Konsumtempels, den der Hamburger Immobilienriese ECE auf dem Allianzparkplatz und Umgebung bauen will. Sascha Wagenblasst, Einzelhandelsexperte der Siegburger Firma Deutsch & Partner Immobilien, die Mitglied des Maklernetzwerks BIB ist, geht sogar davon aus, dass im „direkten Umfeld“ der 16 000 Quadratmeter großen Mall die Ladenmieten „mittelfristig“ steigen werden - und zwar in der Marktpassage sowie am Nogenter Platz. In anderen Bereichen der Fußgängerzone, so im oberen Teil der Holzgasse sowie der Kaiserstraße ab Kaufhof stadtauswärts, würden die Ladenmieten allerdings sinken, prognostiziert der Fachmann. „Um bis zu 20 Prozent“, schätzt Wagenblasst. Doch sind die Preise derzeit mit 55 Euro pro Quadratmeter Verkaufsfläche in der Kaiserstraße auch auf recht hohem Niveau, während beispielsweise in der Scheerengasse oder der Mühlenstraße lediglich 20 Euro berechnet werden. Aber auch dort, so der Experte, sei mit Mietrückgängen zu rechnen, wenn die Einkaufgalerie gebaut werde.

Sascha Wagenblasst stützt sich bei seiner Prognose auf Erfahrungen in anderen Städten wie beispielsweise Essen und Wuppertal, in denen die Einkaufszentren ebenfalls „die Ladenmieten in Bewegung setzten“. Entwarnung gibt er für die Neue Poststraße, die nicht zum direkten Umfeld der Einkaufsgalerie zu zählen sei.

Gleichwohl bestätigt er die Auffassung von Bürgermeister Franz Huhn, dass die Stadt reagieren müsse, um nicht „noch mehr Kaufkraft“ an Köln und „möglicherweise an Sankt Augustin und Troisdorf“ zu verlieren. „Große Textilketten suchen Verkaufsräume mit tausend und mehr Quadratmetern“, macht Wagenblasst deutlich, dass H & M, New Yorker und Co. in Siegburg nur mit einem Einkaufszentrum zu haben sind. Freilich würden sich darin nicht nur neue Ketten ansiedeln, sondern auch bestehende. Denkbar wäre etwa der Elektronikmarkt Saturn, der zurzeit über dem Kaufhof residiert. In Leverkusen sei Saturn in die „Rathaus-Galerie“ umgezogen, die ECE Ende Februar eröffnet hat.



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