Von Barbro Schuchardt, 15.03.10, 20:02h, aktualisiert 16.03.10, 09:49h
Seit 2007 gehört er zum Ensemble des Kölner Schauspiels. Er brillierte unter anderem in Karin Beiers Inszenierungen als Siegfried in den „Nibelungen“ und als Jason in Grillparzers „Das Goldene Vlies“. Am 19. März gibt er in der Premiere von Thomas Vinterbergs und Mogens Rukovs Drama „Das Fest“ (Regie: Dieter Giesing) sein Debüt als Christian, der das Geburtstagsfest seines Vaters durch das Aufdecken familiärer Lebenslügen sprengt.
Er selbst hat ähnlich traumatische Erfahrungen nicht gemacht. Doch der Weg zum Erfolg war nicht geradlinig. Bis zu seinem 21. Lebensjahr nämlich hatte der in Bocholt geborene Sohn kroatischer Migranten noch kein Theater von innen gesehen. „Als Jugendlicher habe ich lieber Fußball gespielt und nach der Realschule eine Ausbildung als Industriekaufmann gemacht“, erzählt der jungenhafte, unprätentiöse Schauspieler, der schließlich sein Abitur am Köln-Kolleg nachholte.
Was dann kam, klingt wie ein Märchen. Seine damalige Freundin hatte einen Bekannten, der heute ein bekannter Filmstar ist. Ljubek sah ihn auf der Bühne, sagte sich: „Was der kann, kann ich auch!“, sprach bei drei renommierten Schauspielschulen vor - und wurde von allen angenommen.
Er entschied sich für die Otto-Falckenberg-Schule in München, wo er noch während der Ausbildung die ersten Filme drehte. „Mir war überhaupt nicht bewusst, auf was ich mich da einlasse“, sagt Ljubek in der Rückschau. „Ich hatte ja keine Ahnung vom Theater. Damals war ich naiv, heute habe ich Angst vor jedem Vorsprechen, weil ich denke, ich kann das nicht. Obwohl ich an den Münchner Kammerspielen und dem Staatstheater Wiesbaden schon reichlich Erfahrung sammeln konnte, war ich skeptisch, ob Karin Beier mich nehmen würde.“
Und das, obwohl eine Theaterfreundin schon vor langem eine Fan-Website eingerichtet hat, die „sehr diskret mit meinen Informationen umgeht“. Vertrauen ist Carlo Ljubek für seine Arbeit von großer Bedeutung - „man sehnt sich immer nach einer künstlerischen Familie“. In Beiers Ensemble hat er sie ebenso gefunden wie bei Hendrik Hölzemann („Kammerflimmern“), Sherry Hormann („Männer wie wir“), Stefan Schaller („Jedem das Seine“), Burhan Qurbani („Shabana“) und Sergej Moya („Hollywood-Drama“) - die beiden letzteren Filme liefen auf der Berlinale.
Welche Qualitäten muss ein Regisseur haben, damit dieses Vertrauen entsteht? „Vielleicht mag ich Regisseure, die mich auch mal gegen Wände laufen lassen“, überlegt Ljubek. „Ich muss mich an der Rolle, dem Stück versuchen, mit dem Regisseur eine gemeinsame Sprache und Fantasie finden, die mir unbekannte Welten eröffnet. Jemand muss mich ermutigen, noch einen Schritt weiter zu gehen, den Sprung ins kalte Wasser zu wagen.“
Premiere am 19. März, 19.30 Uhr, im Schauspielhaus. Karten-Tel. 0221 / 221 / 28400.
Carlo Ljubek Fanseite
16.03.2010 | 21.27 Uhr | Ljubek-Fan
Hallo :-)
vielen Dank für den schönen Artikel über Carlo.
Die Fanseite, die im Artikel erwähnt wird ist hier zu…
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22. April 2012,
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