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Carlo Ljubek

Wie Vertrauen entstehen kann

Von Barbro Schuchardt, 15.03.10, 20:02h, aktualisiert 16.03.10, 09:49h

"Das Fest" von Thomas Vinterberg und Mogens Rukov feiert am 19. März in Köln Premiere. Die Hauptrolle des Christian spielt Carlo Ljubek, der seit 2007 zum Ensemble des Kölner Schauspiels gehört und schon in mehr als 20 Filmen mitspielte.

Carlo Ljubek
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Carlo Ljubek (Bild: Schmülgen)
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Carlo Ljubek (Bild: Schmülgen)
KÖLN - „Senkrechtstarter“, „Latin Lover“, „Frauenschwarm“ - Etiketten, die Carlo Ljubek nicht mag. Denn der 33-Jährige mit dem schwarzen Wuschelhaar und den verträumten blauen Augen möchte nicht wegen seines guten Aussehens, sondern wegen seiner starken schauspielerischen Präsenz wahrgenommen werden, die er auch schon in über 20 Filmen unter Beweis stellen konnte.

Seit 2007 gehört er zum Ensemble des Kölner Schauspiels. Er brillierte unter anderem in Karin Beiers Inszenierungen als Siegfried in den „Nibelungen“ und als Jason in Grillparzers „Das Goldene Vlies“. Am 19. März gibt er in der Premiere von Thomas Vinterbergs und Mogens Rukovs Drama „Das Fest“ (Regie: Dieter Giesing) sein Debüt als Christian, der das Geburtstagsfest seines Vaters durch das Aufdecken familiärer Lebenslügen sprengt.

Er selbst hat ähnlich traumatische Erfahrungen nicht gemacht. Doch der Weg zum Erfolg war nicht geradlinig. Bis zu seinem 21. Lebensjahr nämlich hatte der in Bocholt geborene Sohn kroatischer Migranten noch kein Theater von innen gesehen. „Als Jugendlicher habe ich lieber Fußball gespielt und nach der Realschule eine Ausbildung als Industriekaufmann gemacht“, erzählt der jungenhafte, unprätentiöse Schauspieler, der schließlich sein Abitur am Köln-Kolleg nachholte.

Was dann kam, klingt wie ein Märchen. Seine damalige Freundin hatte einen Bekannten, der heute ein bekannter Filmstar ist. Ljubek sah ihn auf der Bühne, sagte sich: „Was der kann, kann ich auch!“, sprach bei drei renommierten Schauspielschulen vor - und wurde von allen angenommen.

Er entschied sich für die Otto-Falckenberg-Schule in München, wo er noch während der Ausbildung die ersten Filme drehte. „Mir war überhaupt nicht bewusst, auf was ich mich da einlasse“, sagt Ljubek in der Rückschau. „Ich hatte ja keine Ahnung vom Theater. Damals war ich naiv, heute habe ich Angst vor jedem Vorsprechen, weil ich denke, ich kann das nicht. Obwohl ich an den Münchner Kammerspielen und dem Staatstheater Wiesbaden schon reichlich Erfahrung sammeln konnte, war ich skeptisch, ob Karin Beier mich nehmen würde.“

Und das, obwohl eine Theaterfreundin schon vor langem eine Fan-Website eingerichtet hat, die „sehr diskret mit meinen Informationen umgeht“. Vertrauen ist Carlo Ljubek für seine Arbeit von großer Bedeutung - „man sehnt sich immer nach einer künstlerischen Familie“. In Beiers Ensemble hat er sie ebenso gefunden wie bei Hendrik Hölzemann („Kammerflimmern“), Sherry Hormann („Männer wie wir“), Stefan Schaller („Jedem das Seine“), Burhan Qurbani („Shabana“) und Sergej Moya („Hollywood-Drama“) - die beiden letzteren Filme liefen auf der Berlinale.

Welche Qualitäten muss ein Regisseur haben, damit dieses Vertrauen entsteht? „Vielleicht mag ich Regisseure, die mich auch mal gegen Wände laufen lassen“, überlegt Ljubek. „Ich muss mich an der Rolle, dem Stück versuchen, mit dem Regisseur eine gemeinsame Sprache und Fantasie finden, die mir unbekannte Welten eröffnet. Jemand muss mich ermutigen, noch einen Schritt weiter zu gehen, den Sprung ins kalte Wasser zu wagen.“

Premiere am 19. März, 19.30 Uhr, im Schauspielhaus. Karten-Tel. 0221 / 221 / 28400.



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