Von Martin Schwickert, 16.03.10, 20:20h, aktualisiert 17.03.10, 11:51h
Matt Damon spielt hier den US-Armee-Offizier Roy Miller, der 2003 ein Spezialkommando leitet, das nach dem Einmarsch im Irak jene Massenvernichtungswaffen suchen soll, die der Bush-Administration als Vorwand für die Invasion dienten. Ein Gelände nach dem anderen erstürmt der Trupp aufgrund vorliegender Geheimdienstberichte. Aber nirgendwo findet sich auch nur die geringste Spur von den ABC-Waffen, die Saddam Hussein in seinem Land gehortet haben soll.
Miller beginnt unangenehme Fragen zu stellen und versucht herauszubekommen, wo die offenbar falschen „Erkenntnisse“ herkommen. Der Sonderbeauftragte des Pentagon, Clark Poundstone (Greg Kinnear), will ihn zurückpfeifen, während der örtliche CIA-Chef Martin Brown (Brendan Gleeson) Miller bei der Suche nach der Wahrheit unterstützt. Auch „Green Zone“ nimmt die Erzählposition des militärischen Bodenpersonals ein.
Aber anders als in Bigelows gezielt apolitischem Kriegsdrama legt Greengrass noch einmal den Finger in die Wunde des größten außenpolitischen Skandals der jüngeren Geschichte. Dem Zynismus, mit dem George W. Bush und Tony Blair aufgrund von falschen, möglicherweise sogar gefälschten Informationen ihre Armeen in einen fatalen Krieg schickten, wird die moralische Integrität des US-Soldaten gegenüber gestellt, der auf Wahrheitssuche geht. Dabei stellt „Green Zone“ noch einmal jene grundsätzliche Vertrauensfrage, über die viel zu schnell das Gras der Zeitgeschichte gewachsen ist.
Das alles verpackt Greengrass in einen virtuos inszenierten Action-Thriller, der mit atemloser Handkamera über die Leinwand fegt. Schließlich hat der irische Regisseur in den „Bourne“-Filmen sein Gespür für atmosphärisch dichtes Action-Kino und in den Doku-Dramen „Bloody Sunday“ und „Flug 93“ seinen geschärften Blick für politische Stoffe bewiesen. Hier verbindet sich beides spannend-intelligent.
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22. April 2012,
E-Werk Köln