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Streit um Einstellungssperre

Von MANFRED FUNKEN, 17.03.10, 18:47h

Alle frei werdenden Stellen in der Kreisverwaltung erhalten ab sofort den Vermerk „künftig wegfallend“ (kw) oder wie es im Beamtenjargon heißt „kann weg“. Der...

RHEIN-ERFT-KREIS. Alle frei werdenden Stellen in der Kreisverwaltung erhalten ab sofort den Vermerk „künftig wegfallend“ (kw) oder wie es im Beamtenjargon heißt „kann weg“. Der Kreistag will das so, die Verwaltung ist davon weniger begeistert.

Hintergrund ist die Forderung der CDU / FDP-Koalition, in den kommenden Jahren jeweils zwei Prozent an Personal einzusparen. Damit das nicht nicht nur auf geduldigem Papier steht, wie von der Opposition schon spöttisch angemerkt, sondern auch Wirkung erzielt, wird die Verwaltung vor jeder Neueinstellung den Kreistag konsultieren müssen.

Das ging hinter den Kulissen nicht ohne Streit ab. Für die Verwaltung überbrachte Kreisdirektorin Gerlinde Dauber in einer Sitzung des Kreisfraktionsvorstandes der CDU zunächst den Einspruch des Landrates. Daraufhin drohte Fraktionschef Willi Zylajew damit, den Stellenplan im Kreistag nicht zu verabschieden. Im darauf folgenden Streitgespräch gab offenbar ein Wort das andere. Und so kam nach Informationen der Rundschau irgendwie auch das Thema Wiederwahl der Kreisdirektorin zur Sprache, was Gerlinde Dauber in Tränen ausbrechen ließ.

„Wenn mein Freund Willi Zylajew nicht so rustikal wäre, wie er ist, würde mir etwas fehlen“, misst Landrat Werner Stump dem Theater wenig Bedeutung bei. Er wolle im Kommunikationsfluss mit dem Kreistag bleiben. Deshalb ziehe er sich nicht auf die ihm eigene Personalhoheit zurück, sondern stimme den „kw-Vermerken“ zu, sagt Stump, macht allerdings eine Einschränkung: „Auf der einen Seite steht das politische Ziel, auf der anderen die Realität.“

Während Landrat Werner Stump zuletzt bei einigen Diskussionen staatsmännisch geschwiegen hat („Ich muss nicht zu allem etwas sagen.“), bezieht er in Sachen Dauber eindeutig Stellung, und zwar gegen Überlegungen der CDU / FDP-Koalition: „Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, werde ich mich für die Wiederwahl von Frau Dauber einsetzten. Sie ist im Innenverhältnis eine hervorragende Juristin.“ Mit Blick auf die anders denkende Koalition erinnert Stump daran, wer personelle Fehlentscheidungen der Vergangenheit bei der ARGE zu verantworten habe . . .

Da kommt Willi Zylajew ins Grübeln: „Wenn der Landrat an der Kreisdirektorin festhält, wird es schwierig. Die CDU-Fraktion will keine Euskirchener Verhältnisse.“

Im Kreis Euskirchen ist der Landrat parteilos - Günter Rosenke ist bei der Kommunalwahl nach heftigen Auseinandersetzungen mit Teilen der CDU als Einzelkandidat angetreten und gewählt worden.



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