Von Klaus Müller-Wolf, 17.03.10, 18:54h, aktualisiert 17.03.10, 19:24h
Sicher spielten auch die eine Rolle bei den Überlegungen, sagte Morgenstern am Dienstagabend bei der Gründungsversammlung im knüppelvollen „Brauhaus“ in der Holzgasse. In erster Linie aber sei festzustellen, dass die Pläne für die „gigantische“ ECE-Einkaufsgalerie mit 16 000 Quadratmetern Verkaufsfläche völlig überzogen seien, nicht zu Siegburg passten und zu einem dramatischen Verdrängungswettbewerb führen werden. Mit der Folge, dass Leerstand zunehme und die Mieten sinken werden. Die Kunden schätzten die Vielfalt und Kleinteiligkeit der Siegburger City und ihren Flair, der unweigerlich verloren gehe, wenn das Shoppingcenter gebaut werde.
Argumente, die offenbar viele andere Bürger mit den Initiatoren Morgenstern, Walter Bitter, Herbert Bergold und Monika Helm teilen. Die Stühle auf der Galerie des Brauhauses jedenfalls reichten nicht für alle Zuhörer aus, viele mussten stehen oder setzten sich auf die Treppe. Applaus gab es für das geplante weitere Vorgehen. Die Bürgerinitiative will dezentrale kleinere Lösungen für die Innenstadtentwicklung aufzeigen und das Gespräch mit Bürgermeister Franz Huhn suchen. Laut Morgenstern gebe es neben dem Standort der früheren Kaufhalle ein zweites rund 2000 Quadratmeter großes Innenstadt-Grundstück, das verkäuflich sei. Die Initiatoren fordern ein unabhängiges Gutachten über die Auswirkungen der ECE-Einkaufsgalerie, schließen aber auch ein Bürgerbegehren nicht aus, falls Stadtrat und Stadtoberhaupt sich darauf nicht einlassen wollen. Eine von Bitter bereits vorgeschlagene Bürgerbefragung zur Einkaufsgalerie jedenfalls habe bei Huhn kein Echo gefunden. Völlig inakzeptabel nannte der frühere Arbeitsrichter den mit dem Vorhaben einhergehenden Abriss des Rathauses und zitierte dazu den bekannten Architekten und Stadtplaner Walter Brune mit den Worten „Kommunalpolitiker richteten Städte, die in 1000 Jahren entstanden seien, in wenigen Jahren zugrunde“. Trotz aller Emotionen wolle die Initiative aber sachlich und überparteilich für ihre Anliegen auftreten.
Ansprechpartner: Walter Bitter, 0 22 41 / 6 62 65, evawalterbitter@t-online.de, und Herbert Bergold, 0 22 41 / 9 76 10 78, harry.bergold@t-online.de
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