Von Christian Deppe, 17.03.10, 20:42h
Subjektive Wahrnehmung stimme oft nicht mit den objektiven Zahlen überein, die Busse, Bahnen und ihre Haltestellen eben nicht als Kriminalitätsschwerpunkte auswiesen, wie der Geschäftsführer der Münchner Verkehrsgesellschaft, Herbert König, sagte. Maßstab für die KVB sei das persönliche Sicherheitsgefühl des Fahrgastes, der - das zeigten Umfragen - mehr Personalpräsenz wünsche, wie Reinarz erklärte. Derzeit arbeiteten 18 Mitarbeiter als Bahnbegleiter, 36 im Mobilen Service, 38 im Bahnhofsmanagement. Sie würden durch Teams eines privaten Sicherheitsunternehmens verstärkt (ein Mitarbeiter mit Hund tagsüber, insgesamt fünf mit Hund abends). Hinzu kämen rund hundert Ticketkontrolleure, so Reinarz.
Anders als beim Personal wurde bei der Technik stets aufgerüstet, etwa im Bereich der Videoüberwachung und -aufzeichnung. Folge der gestochen scharfen Bilder, die zu Fahndungszwecken veröffentlicht werden, ist nach Ansicht Königs allerdings auch, dass in den Medien immer häufiger über Kriminalität im öffentlichen Personennahverkehr berichtet wird und in den Köpfen ein nicht immer zutreffendes Bild über die Sicherheit in Bussen und Bahnen entstehe.
„Der Einzelfall wird zum Maßstab gemacht“, beschrieb NRW-Innenminister Ingo Wolf ein Problem der öffentlichen Wahrnehmung. Bewährt habe sich so wie in Köln auch in den Bahnen der Münchner Verkehrsgesellschaft ein Alkoholverbot, sagte König. Denn obwohl nur einzelne „schwarze Schafe“ auffällig würden, riefen zwei Personengruppen bei Fahrgästen besondere Ängste hervor: Fußballfans und Betrunkene. Aber König machte auch klar, dass trotz allen Bemühens den Verkehrsunternehmen Grenzen gesetzt sind: „Eine 100-prozentige Sicherheit wird es nicht geben.“
Oberbürgermeister Jürgen Roters, der ebenfalls als Gesprächsteilnehmer angekündigt war, fehlte am Montagabend. Er sei verhindert gewesen und auch der Ansicht, dass ein Auftritt mit KVB-Vorstand Reinarz in der jetzigen Situation nicht angebracht sei, sagte sein Sprecher auf Nachfrage.
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