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Urteil

Betrüger mit Vorliebe für die Kanaren

Von Daniel Taab, 17.03.10, 19:57h

In Luxushotels wohnen, ohne zu bezahlen. In die Sonne fliegen, ohne Geld auszugeben. Ein Wunschtraum und eigentlich nicht realisierbar. Ein 34-jähriger Kölner hat sich diesen Traum dennoch erfüllt und für sein kriminelles Tun die Quittung erhalten.

In Luxushotels wohnen, ohne zu bezahlen. In die Sonne fliegen, ohne Geld auszugeben. Ein Wunschtraum und eigentlich nicht realisierbar. Ein 34-jähriger Kölner hat sich diesen Traum dennoch erfüllt und für sein kriminelles Tun die Quittung erhalten: Das Amtsgericht in Köln verurteilte den Mann in der vergangenen Woche zu zwei Jahren auf Bewährung. Die Staatsanwaltschaft hatte zwei Jahre Haft gefordert und will möglicherweise in Revision gehen. Insgesamt hat der Kölner 26 Reisen gebucht. Der entstandene Schaden wird auf mehrere tausend Euro beziffert. Der Beschuldigte hat verschiedene große Reiseanbieter online hinters Licht geführt. Er buchte kurzfristig Reisen, ging mit dem Buchungscode und dem Reisepass zum Schalter und flog ab. Und so saß der Mann bereits im Flugzeug, bevor die Reiseanbieter das Geld für Tickets und Hotel abbuchen wollten. „Er war bereits bei der Buchung weder willens noch in der Lage, den Reisepreis zu entrichten“, heißt es in der Anklage.

Immer wenn es kalt in Deutschland war, hatte der Verdächtige offenbar Lust auf die Sonne. Ausgeprägt war bei dem verurteilten Betrüger die Liebe für die Kanarischen Inseln. In der Zeit vom 3. bis 17. Januar 2009 verweilte der Kölner mit seinem Kumpel beispielsweise auf Fuerteventura. Kosten für die Reise: 1710 Euro. Einen Monat später hatte der Betrüger wieder Sehnsucht nach Sonne. Diesmal zog es den 35-Jährigen auf die Insel Gran Canaria: 18. bis 25. Februar 2009. Wert der Reise: 1918 Euro. Kaum zurück, buchte der Mann erneut online eine Reise nach Teneriffa - wieder mit seinem Freund. Gesamtpreis mit Hotel: 1940 Euro. Außerdem buchte der Betrüger Reisen nach Teneriffa (mit Vier-Sterne-Hotel in Puerto de la Cruz), Tunesien und drei Mal Palma de Mallorca.

Die Anklage spricht von einem Zeitraum der Betrügereien vom 30. Juli 2007 bis 30. April 2009. Danach war Schluss mit dem feinen Leben. Nun sitzt der Mann in Untersuchungshaft. Und zwar wegen Betrügereien, die der Kölner bereits vor den Reisen begangen hat. Zusätzlich verurteilt zu der zweijährigen Bewährungsstrafe wurde der Mann für sechs Reisen in die Sonne, die er bei den Ermittlern gestanden hatte. Zwei Mittäter konnten noch nicht gefasst werden. Das Geld versuchen sich die Reiseanbieter durch ihre Anwälte wieder zurückzuholen. In den kommenden Tagen muss sich der Mann erneut vor Gericht verantworten, diesmal geht es um ein Betrugsverfahren in Rheinland-Pfalz.



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