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Kommern

Im Museum entsteht ein kleiner Marktplatz

Von Philipp Stepputtis und Bernd Zimmermann, 17.03.10, 19:42h, aktualisiert 18.03.10, 11:55h

Das Rheinische Freilichtmuseum in Kommern wird erweitert. Auf dem Kahlenbusch wird bald auch jüngere Geschichte erlebbar gemacht. Dafür zieht eine komplette Dorfgaststätte aus den 70er Jahren ins Museum um.

Freilichtmuseum Kommern
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Ein Campingbus aus dem Jahr 1957 macht Reklame für das LVR-Freilichtmuseum Kommern. Dr. Josef Mangold (v. l.), Dr. Michael Faber, Klaus Cepok und Sabine Thomas-Ziegler bewundern die Ausstattung des Fahrzeugs. (Bild: Zimmermann)
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Ein Campingbus aus dem Jahr 1957 macht Reklame für das LVR-Freilichtmuseum Kommern. Dr. Josef Mangold (v. l.), Dr. Michael Faber, Klaus Cepok und Sabine Thomas-Ziegler bewundern die Ausstattung des Fahrzeugs. (Bild: Zimmermann)
KOMMERN - Das Rheinische Freilichtmuseum in Kommern wird erweitert - um einen Marktplatz aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, der das Leben von 1945 bis 1980 darstellen soll. Dazu, so kündigte gestern Museumsleiter Dr. Josef Mangold an, werde man in den nächsten Jahren zehn bis 15 Gebäude aufbauen. Ein erstes wird in einer spektakulären Nachtaktion Anfang April von Eschweiler über dem Feld (Kreis Düren) auf zwei Schwerlast-Tiefladern ins Museum gebracht. Eine komplette Dorfgaststätte zieht um: Zerlegt in mehrere Teile, die schwersten davon 70 und 120 Tonnen schwer. Ein Lokal in den Trendfarben der 1970er Jahre, in orange, braun und grün mit originaler Kneipenausstattung der 70er Jahre sowie einem Spielautomaten und Schnapspumpe.

Auf dem Marktplatz soll das kleinstädtische Leben jener Zeit dargestellt werden - mit alter Telefonzelle, Tankstelle, Kino, „Tante Emma-Laden“ und Kleingewerbe in Hinterhöfen. Der Bereich wird allerdings zunächst zur Baustelle und abgesperrt, aber bereits im nächsten Jahr will die Museumsleitung dort zum Jubiläum der Eröffnung vor 50 Jahren „ein erstes Bier zapfen“. Und Dr. Mangold war die Vorfreude richtig anzumerken: „Eine Kneipe als erstes Gebäude ist immer gut.“

Auf dem Kahlenbusch soll das ehemalige Pächterhaus der Gaststätte, ein Bungalow aus den 1960er Jahren, ebenfalls dem Marktplatz aufgebaut werden. Möbliert werden soll der Bungalow mit einer kompletten Wohnungsausstattung aus einem Bungalow in Quadrath-Ichendorf . „Da sieht man dann Chippendale-Möbel, den klassischen Jägerzaun und Gartenzwerge“, träumte Dr. Mangold weiter.

Gestern stellte das Museumsteam die Aktivitäten für das laufende Jahr vor und gab einen Ausblick auf Vorhaben, die auch Schulen stärker ans Museum binden sollen. So wird es unter dem Jahresmotto „Kulturelle Begegnungen“ eine ganze Reihe von Veranstaltungen geben, die sich mit dem Leben der Menschen aus anderen Kulturkreisen beschäftigt, mit Menschen, die über Generationen im Rheinland heimisch geworden sind. So wird es zwei Ausstellungen geben. „Verbunden?!“ heißt die eine, die Lebenssituationen im (Rh)einwanderungsland zeigen soll und vom 30. Mai bis Anfang Mai 2011 gezeigt werden soll. „Fremd / vertraut?!“ ist eine Werkausstellung von Schulen betitelt, die vom 20. Juni bis zum Jahresende zu sehen ist.

Überhaupt wird es im größten Volkskundemuseum des Rheinlandes wieder 75 Veranstaltungen geben, die Publikum anlocken. Da ist wieder als Zugpferd der Jahrmarkt „anno dazumal“ vom 3. bis 11. April mit waghalsiger Akrobatik der Geschwister Weisheit, und es gibt wieder das große Treffen der Rückepferde und der Unimogs mit einer Rheinischen Holzhauermeisterschaft in der zweiten Aprilhälfte.

Anfang Juni gibt es ein verspätetes Maifest mit Eierkrone und Junggesellenfest, Anfang Juli lockt ein internationaler Korbflechtermarkt, zwei Wochen später nimmt das Museum am Aktionstag „Mechernich - Mehr erleben“ teil. Das Jahr 1960 mit Oldtimertreffen, Tanzkursen und vielem mehr wird bei der zweiten Auflage der „ZeitBlende“ im August wieder lebendig. Die Literaturveranstaltung „Criminale 2010“ wird im Museum eröffnet, einen Monat später stampfen und wiehern schwere Rösser beim „Tag der Ernte“ durch die Baugruppen am Kahlenbusch.

Doch die Museumsleute wollen nicht nur Besucher locken, sondern gehen auch Lernpartnerschaften mit Schulen ein, darunter die Stephanus-Schule in Bürvenich, die Astrid-Lindgren-Schule in Schleiden oder Schulen in Mechernich und Blankenheim.

Stolz ist die Museumsmannschaft auch darauf, dass sie aus der Sammlung des Campingfahrzeug-Ausstatters „Westfalia“ einen VW-Campingbus aus dem Jahre 1957 kaufen konnte. Der macht das Rheinischen Freilichtmuseum landauf, landab populär.



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