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Trend

Neuer Job ist oft befristet

Von Markus Grabitz, 17.03.10, 21:54h, aktualisiert 17.03.10, 22:07h

Bei Neueinstellungen liegen befristete Jobs deutlich im Trend. Insgesamt haben bisher aber nur um die zehn Prozent der Beschäftigten einen befristeten Arbeitsvertrag. Es ist umstritten, wie man den neuen Trend zu bewerten hat.

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Ein unbefristeter Arbeitsvertrag wird immer seltener. (Bild: dpa)
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Ein unbefristeter Arbeitsvertrag wird immer seltener. (Bild: dpa)
BERLIN - Der Trend geht zur Befristung: 2001 enthielten 32 Prozent der neuen Arbeitsverträge eine Befristung. 2006 waren es 43 Prozent, im ersten Halbjahr 2009 waren es dann schon 47 Prozent. Im Westen liegt die Befristungsquote bei Neueinstellungen mit 45 Prozent unter dem Wert im Osten (53). Dies geht aus Zahlen hervor, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ermittelt hat. Für fast jeden Zweiten (45 Prozent) mündete die Zeitarbeit 2009 aber in eine Tätigkeit mit unbefristetem Vertrag. Doch die Übernahmequoten sind rückläufig. 2008 wurden 52 Prozent der befristet Beschäftigten anschließend dauerhaft unter Vertrag genommen. 2009 waren es 45 Prozent.

Der befristete Job ist aber bei weitem nicht der Normalfall: Über alle Branchen hinweg haben nur etwa zehn Prozent der Beschäftigten einen befristeten Vertrag. Doch in der öffentlichen Verwaltung und bei sozialen Dienstleistern sei die Befristung zum „Normaleinstellungsverhältnis“ geworden, so das IAB. Etwa zwei Drittel der Neueinstellungen erfolgten hier auf Basis eines Zeitvertrages.

Dagegen spiele Befristung in der Industrie „eher eine untergeordnete Rolle“. Arbeitsmarktforscher Johannes Giesecke schätzt aber, dass „im Boom nach 2006 die Industrie bei den befristeten Neueinstellungen aufgeholt und mittlerweile mit dem öffentlichen Dienst gleichgezogen hat.“ Umstritten ist, wie der Trend zur Befristung zu werten ist. Arbeitgeber sind froh, weil sie flexibler in der Personalpolitik sein können. DGB-Vize Ingrid Sehrbrock fordert dagegen die Koalition auf, die Betriebe per Gesetz dazu zu zwingen, Befristungen stets zu begründen. Arbeitsmarktforscher heben hervor, dass Mitarbeiter mit Zeitverträgen bessere Chancen haben als Arbeitslose, wenn sie sich weiterbewerben wollen. IAB-Forscher Martin Dietz sagt: Problematisch werde es, „wenn sich ein befristeter Job an den anderen reiht - aber es ist immer noch besser als arbeitslos zu sein.“

Streng nach Gesetz darf jeder Beschäftigte nur einmal einen befristeten Vertrag von höchstens 24 Monaten je Betrieb bekommen. Wenn aber etwa Projektarbeit oder Schwangerschaftsvertretung, dann sind weitere Zeitarbeitsverträge möglich.



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