Von Markus Grabitz, 17.03.10, 21:54h, aktualisiert 17.03.10, 22:07h
Der befristete Job ist aber bei weitem nicht der Normalfall: Über alle Branchen hinweg haben nur etwa zehn Prozent der Beschäftigten einen befristeten Vertrag. Doch in der öffentlichen Verwaltung und bei sozialen Dienstleistern sei die Befristung zum „Normaleinstellungsverhältnis“ geworden, so das IAB. Etwa zwei Drittel der Neueinstellungen erfolgten hier auf Basis eines Zeitvertrages.
Dagegen spiele Befristung in der Industrie „eher eine untergeordnete Rolle“. Arbeitsmarktforscher Johannes Giesecke schätzt aber, dass „im Boom nach 2006 die Industrie bei den befristeten Neueinstellungen aufgeholt und mittlerweile mit dem öffentlichen Dienst gleichgezogen hat.“ Umstritten ist, wie der Trend zur Befristung zu werten ist. Arbeitgeber sind froh, weil sie flexibler in der Personalpolitik sein können. DGB-Vize Ingrid Sehrbrock fordert dagegen die Koalition auf, die Betriebe per Gesetz dazu zu zwingen, Befristungen stets zu begründen. Arbeitsmarktforscher heben hervor, dass Mitarbeiter mit Zeitverträgen bessere Chancen haben als Arbeitslose, wenn sie sich weiterbewerben wollen. IAB-Forscher Martin Dietz sagt: Problematisch werde es, „wenn sich ein befristeter Job an den anderen reiht - aber es ist immer noch besser als arbeitslos zu sein.“
Streng nach Gesetz darf jeder Beschäftigte nur einmal einen befristeten Vertrag von höchstens 24 Monaten je Betrieb bekommen. Wenn aber etwa Projektarbeit oder Schwangerschaftsvertretung, dann sind weitere Zeitarbeitsverträge möglich.
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