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Kulturpolitik

Kein Staatstheater für NRW

Erstellt 18.03.10, 19:56h, aktualisiert 18.03.10, 19:58h

In Nordrhein-Westfalen wird es auf absehbare Zeit kein Staatstheater und keine Staatsphilharmonie geben. Die Landesregierung möchte stattdessen lieber namhafte Theater und Orchester in Köln und Essen mit einem Dreijahres-Programm fördern.

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Aus dem Kölner Orchester wird nun doch keine Staatsphilharmonie. (Bild: dpa)
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Aus dem Kölner Orchester wird nun doch keine Staatsphilharmonie. (Bild: dpa)
In Nordrhein-Westfalen wird es auf absehbare Zeit kein Staatstheater und keine Staatsphilharmonie geben. Die Landesregierung hat diese Vorschläge der Expertenkommission „Kunst NRW“ verworfen. Stattdessen erhalten die namhaften Theater in Essen und Köln bereits für drei Jahre zusätzliche Finanzspritzen von jährlich je 300 000 Euro, wie Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff in Düsseldorf erklärte.

Wenige Wochen vor Ende der Legislaturperiode verabschiedete das Kabinett den Bericht zur Umsetzung der Vorschläge der Kulturkommission aus dem Jahr 2008. Ziel war, die Kultur in NRW bundesweit und international stärker zu profilieren. „Wir haben in der Theaterlandschaft derzeit andere Sorgen, als Staatstheater zu errichten“, sagte Grosse-Brockhoff mit Blick auf die Finanznot der Kommunen, die viele Kultureinrichtungen in ihrer Existenz bedroht.

Auch ein Staatsorchester habe keine Priorität. In NRW wäre es zudem schwierig zu sagen, welches Orchester als „Nummer eins“ in Frage käme. Die zehnköpfige Experten-Kommission hatte vorgeschlagen, das Gürzenich-Orchester Köln in eine Staatsphilharmonie umzuwandeln.

Nach Angaben des Präsidenten der Kunststiftung NRW, Fritz Schaumann, soll das Mahler-Chamber-Orchestra darin unterstützt werden, seine Residenz in NRW aufzubauen. Neben Aufführungen in Dortmund, Köln und Essen werde es sich besonders in der Ausbildung von Orchestermusikern engagieren. Kölns Kulturdezernent Georg Quander erklärte zwar, dass der Verzicht auf Staatstheater und -orchester „für uns nicht gut ist“, sagte aber auch: „Dass das jetzige Kabinett dies noch kurz vor der Landtagswahl beschließen würde, war ohnehin illusorisch.“ Sollte die jetzige Regierung auch die künftige sein, habe er aber Hoffnungen auf Wiedervorlage. „Und in einem stimmt die Argumentation des Landes: Alle Theater stehen im Moment mit dem Rücken zur Wand, da gibt es ganz vordringliche Aufgaben“.

Die 300 000 Euro Sonderförderung für Kölns Bühnen sieht Quander nach wie vor als „Tropfen auf den heißen Stein“. „Doch da sie überwiegend in die Kinderoper fließt, dient die Zuwendung einem guten Zweck.“ (dpa / EB)



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