Erstellt 19.03.10, 07:18h
Klar scheint, dass der bisherige Geschäftsführer Matthias Schultze nicht mehr im Amt sein soll, wenn die Betreibergesellschaft Anfang Mai in städtische Regie überführt wird (die Rundschau berichtete). Sein Nachfolger soll der Geschäftsführer der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Vebowag, Michael Kleine-Hartlage, werden. Unabhängig davon, ob der Stadtrat diesem Vorgehen folgen wird, hat der 52-Jährige jetzt schon das Wohlwollen des OB: Ich danke Dr. Kleine-Hartlage für seine Bereitschaft, sich für eine kurze Interimszeit als Geschäftsführer der neuen Kongressgesellschaft zur Verfügung zu stellen. Wir haben uns in unserem ersten Gespräch darauf verständigt, dass es wichtig ist, den kompletten Sachverstand der WCCB Management GmbH zu erhalten, in welcher Form auch immer."
Die Ablösung Schultzes, gegen den im Zusammenhang mit dem Skandal um das Kongresszentrum WCCB keine strafrechtlichen Ermittlungen laufen, wird vor allem von CDU und Grünen betrieben. Für die Grünen, so sagte Fraktionssprecherin Dorothee Paß-Weingartz, stellten sich unabhängig von strafrechtlichen Betrachtungen eine ganze Reihe von grundsätzlichen Fragen an die bisherige Arbeit der Management GmbH und ihre Geschäftsführung. So hätte etwa die Geschäftsführung und ihre Kosten in keinem nachvollziehbaren Verhältnis zur Größe des Unternehmens gestanden. Die GmbH hat zurzeit 22 Mitarbeiter. Die Aufarbeitung der Vergangenheit und deren Konsequenzen würden uns noch intensiv beschäftigen, so Paß-Weingartz, davon darf aber der Neuanfang der städtischen Gesellschaft nicht belastet werden.
Der OB erklärte dazu, auch wenn er den Wunsch von Grünen und CDU nach einem kompletten Neuanfang verstehe, habe er hinsichtlich Matthias Schultze keine Anhaltspunkte für ein nicht sachgerechtes Handeln. Der Wunsch nach einem Neuanfang entspringe vermutlich eher unguten Gefühlen mit Blick auf die eigene Rolle in der Vergangenheit. SPD-Fraktionsvorsitzender Wilfried Klein sprach in diesem Zusammenhang von Säuberungspolitik der Koalition. FDP-Vorsitzender Werner Hümmrich nannte die Diskussion um Schultze ein unangemessenes Verfahren, das geeignet ist, die Person zu beschädigen. Er ließ offen, ob die GmbH zwei Geschäftsführer brauche, einen kaufmännischen und einen für die Kundenakquisition. (dbr)
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