Von Daniel Taab, 18.03.10, 21:28h
Der 72-Jährige war Ende Dezember 2009 tot im Keller seines Hauses an der Holweider Straße in Mülheim entdeckt worden. Seine Frau hatte ihn einen Tag zuvor als vermisst gemeldet. Der Mann starb durch heftige Gewalt gegen den Oberkörper, wie zu erfahren war. Wie der 72-Jährige genau ums Leben kam, bleibt weiter ein Geheimnis der Ermittlungsbehörden.
Bei der Aufklärung des Verbrechens kam die Polizei zunächst nicht entscheidend weiter. Das Privatleben des Opfers wurde von den Beamten durchleuchtet; auch seine Geschäftskontakte überprüften die Ermittler im Detail. Ergebnis: Der Makler, der in der Nachbarschaft als höflich und zuvorkommend galt, war nicht bei allen beliebt. „Es gab einige Menschen, die nicht gut auf ihn zu sprechen waren“, hieß es. Zwei 28-Jährige, die intensiven Kontakt zu dem Makler hatten, gerieten ins Visier der Fahnder und galten zunächst als dringend tatverdächtig. Sie kamen in U-Haft - waren aber schnell wieder frei.
Mit Hilfe eines Bildes einer Überwachungskamera einer Bank kamen die Recherchen der Mordermittler besser in Tritt. Der Gesuchte hatte in Österreich Geld an einem EC-Automaten abgehoben und war dabei fotografiert worden. Nach der Ausstrahlung in der ZDF-Fahndungssendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ und der Veröffentlichung in verschiedenen Zeitungen meldeten sich Zeugen - sie nannten einen Vornamen und andere Details. Polizisten hatten die Bewegungen auf den Konten des Opfers überprüft und bemerkt, dass im Ausland Geld abgehoben wurde. Nach umfangreichen Ermittlungen und mit Hilfe der bulgarischen Behörden zog sich die Schlinge um den Verdächtigen allmählich zu.
Nach derzeitigem Erkenntnisstand geht die Polizei davon aus, dass die verhafteten Tatverdächtigen an das Geld des Immobilienmaklers wollten. Die Männer hatten in dem Haus des 72-Jährigen schwarz gearbeitet. Das Gebäude wurde saniert und sollte dann neu vermietet werden. „Die Festgenommenen wussten, dass der Makler häufig viel Geld bei sich hat“, sagte ein Beamter der Rundschau. Denn: Der 72-Jährige spielte häufig in Spielhallen und Casinos. „Er hat gezockt“, ergänzte der Polizist. Als die Tatverdächtigen den Makler in dem Haus überfielen, muss es zum Streit gekommen sein - mit tragischem Ende. Mit Bargeld und der EC-Karten des Opfers flohen die Männer ins Ausland.
Im Detail wurden den Männer noch nicht von den Kripobeamten vernommen. Das wird in Kürze im Präsidium von den Ermittlern nachgeholt.
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