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Grünen-Fraktionschefin lobte CDU-Bürgermeister

Erstellt 19.03.10, 07:09h

Wie es in der Schulpolitik weitergeht, das wird sich nach dem 9. Mai entscheiden, dem Tag der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen. Wie es weitergehen könnte mit den Grünen in...

LOHMAR. Wie es in der Schulpolitik weitergeht, das wird sich nach dem 9. Mai entscheiden, dem Tag der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen. Wie es weitergehen könnte mit den Grünen in Regierungsverantwortung, das skizzierte die Fraktionschefin Sylvia Löhrmann jetzt in der Realschule Lohmar. Sie malte ein Zukunftsbild, in dem sogar häufig die CDU auftauchte. Reiner Zufall?

Keine schrillen Töne, keine Polemik: Löhrmann gab sich ganz pragmatisch. CDU-Bürgermeister aus der Eifel und aus dem Münsterland ließ sie als Boten einer unideologischen Schulpolitik aufmarschieren, auf einer Linie mit der Forderung der Grünen nach einer „Schule der Zukunft“. Das ist sozusagen die Verbundschule plus, nicht nur Haupt- und Realschule zusammen, sondern mit einer gymnasialen Oberstufe und der Möglichkeit, das Abitur zu machen. „Das wollen die Eltern“, sagte Löhrmann. „Sie stimmen mit den Füßen ab.“ Und bevor es im ländlichen Raum zum Schulsterben komme, wollten die Bürgermeister durch den Zusammenschluss von Schulen die Chance nutzen, weiterhin Bildungsstandort zu bleiben.

CDU plakatiert nur

gegen Rot-Rot

Wichtig sei, so Löhrmann, dass das Zusammengehen bestehender Einrichtungen freiwillig erfolge. So wie auch jede Schule die Differenzierung in Eigenverantwortung gestalten könne: Unterricht in der fünften und sechsten Klasse komplett gemeinsam und danach in den Hauptfächern wie Deutsch, Mathematik, Englisch getrennt, zum Beispiel. Stattdessen gleich eine neue Gesamtschule zu gründen, sei keine Alternative, so die Grüne, die selbst als Lehrerin an einem Berufskolleg, an einem Gymnasium und an einer Gesamtschule gearbeitet und auch Kommunalpolitik gemacht hat. Zu hoch seien die Hürden im Schulgesetz.

Das dreigliedrige Schulsystem, an dem die nordrhein-westfälische CDU immer noch festhalte, sei überholt. Die Hauptschule, die früher das Gros der Kinder aufnahm, werde heute nur noch von 7,5 Prozent besucht. Deutschland brauche mehr Abiturienten, mehr Akademiker - und keinen ideologischen Schulkrieg. Etwas Bewegung sieht die Grünen-Fraktionschefin aber auch bei der CDU im Land: Der neue Generalsekretär Andreas Krautscheid, der aus dem Schwarz-Grün regierten Rhein-Sieg-Kreis kommt, habe gegen das Schulsterben durch Rot-Rot plakatiert. Löhrmann: „Wir Grünen tauchen da nicht auf.“ (coh)



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