Von ULRIKE SCHÖDEL, 19.03.10, 07:09h
Der 20-jährige Abiturient war am Abend des 7. März 2009 gegen 21.30 Uhr Opfer eines Raubüberfalls in Neunkirchen-Seelscheid geworden, als er gerade die Pizzas aus dem Kofferraum holen wollte. Es ging glimpflich aus, denn der Räuber trat überraschend den Rückzug an, als der Schüler erklärte, er habe kein Geld. Plötzlich sprühte der Täter ihm Pfefferspray ins Gesicht, setzte sich in das Pizzataxi und flüchtete.
Der Schüler kannte den Räuber zwar vom Sehen, aber nicht seinen Namen. Als er ihn ein halbes Jahr später erst auf der Straße, dann sogar im eigenen Pizzabetrieb wiedersah, alarmierte er die Polizei. Wegen versuchter räuberischer Erpressung, schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung muss sich der 22-Jährige vor dem Bonner Landgericht verantworten. Gestern hat er, der bisher den Raubüberfall bestritten hatte, ein Geständnis abgelegt. Bei dem Überfall, so beteuerte er nun, sei es nicht um Geld, sondern um eine Abreibung gegangen. Sein Freund Alex habe sich an diesem Abend rächen wollen für einen Stress, den er mit dem Chef des Pizzaservice gehabt hätte.
Aus Freundschaft habe er sich darauf eingelassen. Als er aber vor dem jungen Pizzafahrer stand, hätte er selber die Panik bekommen: Was mache ich hier, der hat mir nichts getan? Von diesem Moment wollte ich nur noch aus der Nummer raus. Als Notlösung habe er das Spray eingesetzt, habe sich ins Auto gesetzt und das Weite gesucht. Den Pkw habe er in einem Waldstück abgestellt. Der Angeklagte bestreitet, eine Waffe dabei gehabt zu haben: Mit einer Hand, die in einem dicken schwarzen Lederhandschuh steckte, habe er eine Geste gemacht, als hätte er eine Pistole. Der Schüler jedoch sagte, dass er in den Lauf einer Walther PPK geschaut habe.
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