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Zu wenig Kultur im Overather Bahnhof

Von STEPHAN BROCKMEIER, 19.03.10, 07:06h

Offenbarungseid im Kulturausschuss: Der Overather Kulturbahnhof hat den städtischen Haushalt im ersten Jahr seit seiner Eröffnung mit knapp 110 000 Euro Kosten belastet, von...

OVERATH. Offenbarungseid im Kulturausschuss: Der Overather Kulturbahnhof hat den städtischen Haushalt im ersten Jahr seit seiner Eröffnung mit knapp 110 000 Euro Kosten belastet, von denen nur 7160 Euro durch Mieteinnahmen erwirtschaftet worden sind. Diese Zahlen, nach denen die SPD-Ratsfraktion monatelang vergeblich gefragt hatte, nannten am Mittwochabend Vertreter der Stadtverwaltung im Kulturausschuss.

Eine neue „Richtlinie zur außerschulischen Nutzung städtischer Räume“ soll nun helfen, das Defizit zu verringern. Außerdem strebt die Stadt eine Zusammenarbeit mit der Rösrather Veranstaltungsfirma „LIW Event“ an, die bereits das Rösrather Schloss Eulenbroich vermarktet und nun im Overather Kulturbahnhof den Rubel rollen lassen soll. Der Erste Beigeordnete der Stadt Overath, Bernd Sassenhof, brachte das Problem auf den Punkt: „Wir schießen als Stadt rund 100 000 Euro für diesen Bahnhof zu. Da ist eine Diskussion höchst notwendig.“

Diese folgte auf dem Fuße - und machte über die Fraktionsgrenzen hinweg die Probleme im Detail deutlich: Gleich mehrere Ratsmitglieder betonten etwa die Bedeutung der Kulturförderung, die die Kommune dem Overather Kulturforum übertragen habe, das wiederum den Bahnhof für Ausstellungen nutze. Sollte nun eine Event-Firma das Gebäude vermarkten, werde die Kultur im Zweifel hinter lukrativen Firmenveranstaltungen zurückstehen müssen. Die Grüne Ursula Maaßen mahnte: „Wenn wir einen Kulturbahnhof haben, muss auch Kultur darin stattfinden.“ Problematisch sei auch die Festsetzung von Mieten für Volkshochschul-Veranstaltungen, da die VHS dann höhere Teilnehmerentgelte fordern müsse. Zu dem von der Stadtverwaltung vorgeschlagenen Gebührentarif (Tagesmiete für den Bürgersaal: 500 Euro zuzüglich Gebühren für technische Ausrüstung) hatte insbesondere SPD-Ratsherr Andreas Koschmann zahlreiche kritische Nachfragen. Am Ende verständigte sich der Ausschuss darauf, den Punkt zunächst in den Fraktionen zu beraten, um dann im Juni eine konkrete Entscheidung über die neue Richtlinie mitsamt eines neuen Tarifs zu fällen.

Der neue Tarif soll im Übrigen auch für die weiteren Veranstaltungsräume in Overath gelten. So sollen für den Bürgersaal im Bürgerhaus 1000 Euro fällig werden, für die Aula im Schulzentrum ebenfalls 1000 Euro und für die Mehrzweckhalle Untereschbach 500 Euro.

Letztere war übrigens im Jahr 2008 nur an zehn Tagen ausgelastet - womit sich die Gegner des Hallenneubaus im benachbarten Immekeppel in ihrer Ablehnung bestätigt sahen.



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