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„Es bleibt viel zu tun“

Erstellt 19.03.10, 18:36h

Die Stadt Erftstadt gehörte 1985 zu den bundesweit ersten Städten, die eine Frauen-Gleichstellungsstelle in der Stadtverwaltung einrichteten. Dieses Jubiläum haben die heutige...

ERFTSTADT. Die Stadt Erftstadt gehörte 1985 zu den bundesweit ersten Städten, die eine Frauen-Gleichstellungsstelle in der Stadtverwaltung einrichteten. Dieses Jubiläum haben die heutige Beauftragte Edith Abel-Huhn, ihre Vorgängerinnen Brigitta Biehl, Bettina Giedinghagen und Inge Gerstenberger sowie der Frauenbeirat beim Internationalen Frauentag gefeiert.

In Erftstadt gab es zunächst einen einjährigen Testlauf. Nach kontroversen Diskussionen beschloss der Rat schließlich 1987 einstimmig, eine Frauen-Gleichstellungsstelle einzurichten. Bettina Giedinghagen legte 1989 den ersten Frauenförderplan für die Stadtverwaltung vor. Zur Unterstützung der kommunalen Gleichstellungsarbeit wurde 1990 der Frauenbeirat ins Leben gerufen. Lieselotte Engmann wurde 1995 zur Vorsitzenden gewählt und ist seither dreimal im Amt bestätigt worden. Von Anfang an wurde deutlich, dass es viele Felder in der Kommune gibt, in denen Frauen benachteiligt sind oder nicht zur Geltung kommen. Im Berufsleben sind sie in den schlechter bezahlten Jobs vertreten und gar nicht oder nur vereinzelt in Führungspositionen in Wirtschaft und Verwaltung. Außerdem erweist sich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei fehlenden Kinderbetreuungsplätzen und kurzen Öffnungszeiten als Spagat, den in erster Linie Frauen vollbringen müssen.

28 Prozent Frauen

in Rat und Verwaltung

Zwar werden immer wieder einzelne engagierte Frauen in Gremien wie Rat und Ausschüsse gewählt, sie bleiben aber in der Minderheit. Auch an die Stadt- und Verkehrsplanung stellen Mädchen und Frauen neue Anforderungen: Sie fordern, dass Angsträume auf Straßen, Plätzen und in anderen öffentlichen Bereichen beseitigt werden. Nach 25 Jahren zieht die Frauenbeiratsvorsitzende Lieselotte Engmann für Erftstadt die Bilanz, dass viel erreicht worden ist. Der Ausbau der Kinderbetreuung, auch für unter Dreijährige, schreite voran, und einige Schulen in der Stadt stellen auf Ganztagsbetrieb um. Abel-Huhn ergänzte, dass inzwischen vier von 14 Amtsleitungen in der Stadtverwaltung mit Frauen besetzt sind, nachdem es lange Zeit seit 1985 keine weibliche Amtsleitung mehr gegeben hatte.

Einig waren sich die Gesprächsrunden-Teilnehmerinnen und das Publikum, dass viel zu tun bleibt. Dazu gehört die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch Schaffung ausreichender, bezahlbarer, verlässlicher und bedarfsgerechter Kinderbetreuung wie auch die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege. Ein weiteres Anliegen ist die stärkere Besetzung von Spitzenpositionen in Rat und Verwaltung mit Frauen. Mit dem Frauenanteil von derzeit 28 Prozent in Rat und Verwaltung möchte sich auch niemand zufrieden geben.

Bei der Jubiläumsfeier unterhielten die „Songrise-Daisies“ das Publikum mit a cappella vorgetragenen Jazzstandards aus den 1920er und -30er Jahren. Noch bis 26. März ist im Rathausfoyer die Ausstellung „Bilder, die Frauen zum Thema haben“ der Erftstädter Künstlerin Christiane Lorber zu sehen. (uw)



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