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Vom Teufel, der im Detail steckt

Von EVA JUNGGEBURTH, 20.03.10, 07:03h

In jeder Gattin steckt auch eine Göttin. Dieser Meinung ist Lioba Albus. Und warum das so ist, erklärte die Kabarettistin ihrem Publikum im Medio Rhein-Erft anhand ihrer ganz...

BERGHEIM. In jeder Gattin steckt auch eine Göttin. Dieser Meinung ist Lioba Albus. Und warum das so ist, erklärte die Kabarettistin ihrem Publikum im Medio Rhein-Erft anhand ihrer ganz eigenen Schöpfungsgeschichte.

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bergheim, Hildegard Lipphardt, veranstaltete mit BM-Cultura und der Stadtbibliothek den Kabarettabend als nachgereichtes Geschenk zum Weltfrauentag. Von überall her strömten die Frauen ins Medio, um das Programm „Von der Göttin zur Gattin“ zu sehen. „Geht es Sie gut?“, fragte die grau-gelockte, kauzige Mia Mittelkötter mit der großen Handtasche, Albus Alter Ego. Auf das „Ja“ des Publikums gab sie zurück: „Das kriegen wir aber noch anders.“ Sie habe sich sehr auf den Abend gefreut, „nicht wegen Sie, aber ich bin froh, mal von zu Hause weg zu sein.“ Wenn man den ganzen Winter „in der Bude“ hocke, merke man wieder so richtig, was man nicht aneinander habe. Das Publikum stimmte ihr applaudierend zu.

Ihrem Mann habe sie vorsorglich eine Kühltasche mit Essen und Trinken neben den Fernsehsessel gestellt. So merke der gar nicht, dass sie nicht zu Hause sei. „Warst du auf dem Klo?“, frage er dann immer, wenn sie wieder heimkehre. „Ja, und nächste Woche wieder für ein paar Tage“, antworte sie dann. Männer könnten eben von der Wahrnehmung her sehr feinmaschig sein. Und überhaupt seien sie in der Schöpfung nie vorgesehen gewesen.

Es folgte eine Schöpfungsgeschichte à la Albus, die sich gewaschen hatte. Gott wollte nämlich ein Wesen nach seinem Ebenbild schaffen: intelligent, kreativ und noch schöner als er selbst. Deshalb schuf er die Frau. Weil sie ihm so gut gelungen war, geriet er in einen Schaffensrausch. „Er schuf große, kleine, dicke, dünne, schöne und eigenwillig schöne Exemplare“, sagte Mittelkötter.

Männer seien erst entstanden, als Eva im Paradies dem Teufel in Gestalt einer Schlange begegnete. Gott verpasste Evas Kindern anschließend „ein winziges Detail, das sie an die Schlange erinnern sollte“. Daher stamme auch die Redensart „Der Teufel steckt im Detail“. Und schwups war der erste Mann geboren.

Von da an ließen die Männer alles liegen, machten Dreck und rochen nicht gut. Zunächst mussten die Frauen ihnen das Sprechen beibringen. Und als die Männer endlich sprachen, konnten die Frauen sie trotzdem nicht verstehen. Deshalb bastelte Gott den Menschen ein Trainingslager namens „Erde“ und die Göttinnen wurden zu Gattinnen.

Außerdem entsandte Gott ein Wesen, das Frieden zwischen den Geschlechtern stiften sollte. „Das bin ich, wie ich in aller Unbescheidenheit vor euch stehe“, lüftete Mittelkötter ihr Geheimnis. Dann lüpfte Mittelkötter auch noch ihre Perücke, verwandelte sich in Lioba Albus und sah mit ihrem kessen blonden Kurzhaarschnitt zum Erstaunen des Publikums gleich um Jahre jünger aus.



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