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Die Bandbreite des Könnens

Von GREGOR RITTER, 20.03.10, 07:03h

Ein fetziges und swingendes Udo-Jürgens-Medley direkt nach einer Komposition von Dimitri Schostakowitsch, der nicht gerade für die Eingängigkeit seiner Werke bekannt ist -...

KERPEN.Ein fetziges und swingendes Udo-Jürgens-Medley direkt nach einer Komposition von Dimitri Schostakowitsch, der nicht gerade für die Eingängigkeit seiner Werke bekannt ist - geht das? Geht sogar sehr gut, wie Musiklehrer Johannes Schumacher und „seine“ Big-Band des Kerpener Gymnasiums demonstrierten - schließlich wird der „Second Waltz“ des russischen Tonsetzers seinem Namen voll gerecht, Dissonanzen sind Mangelware. Stalin ließ das Werk nach der Uraufführung 1938 wegen „westlicher Einflüsse“ direkt auf den Index setzen, das Publikum dagegen begrüßte in der knüppelvollen Aula - viele mussten stehen - den Einstieg in den Musikabend begeistert.

Seit 1995 bieten Schumacher, die von ihm geleitete Big-Band und andere Ensembles und Solisten der Europaschule beim sogenannten Musikabend ihr Können vor breitem Publikum dar - und zur neuen Auflage dieses immer gut besuchten Konzerts war einmal mehr die ganze Palette der musikalischen Stile vertreten. Auf den ersten Satz von Beethovens legendärer Klaviersonate „Pathétique“, dargeboten von Svea Luers, folgte etwa die Band „Nameless“ mit einem Stück von „Stone sour“, nach Michael Jacksons „Heal the World“ mit Band und Schülerchor intonierte Jasmin Curry auf der Querflöte ein Werk von Friedrich dem Großen.

Gekonnt führten die beiden Schülerinnen Dana Harring und Julia Fromme durch das vielseitige Programm, informierten über Künstler und Werk. Fromme war auch musikalisch eingespannt, spielte die Ballade Nr. 1 von Frédéric Chopin und wirkte am Saxophon in der Big-Band mit - für sie kein Problem, hatte sie doch ihr Bühnendebüt beim Musikabend schon in der fünften Klasse. Neben den Eleven standen auch frühere Schüler auf der Bühne, die Ehemaligen-Band „Oldschool“ spielte das Thema der Fernsehserie „Das A-Team“ und den Tom Jones-Hit „Sexbomb“. Das Finale bestritt wieder die Big-Band. Und als sich das Publikum nach Teilen aus der Filmmusik zu „Shrek 2“, „We are the World“ und dem „Clog Dance“ verabschiedete, war klar: Die Tradition des Musikabends ist quicklebendig, auch 15 Jahre nach der Gründung.



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