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25 Jahre im Dienst der Kreativität

Von GREGOR RITTER, 20.03.10, 07:03h

Wenn es etwas gibt, das Benjamin Heinen missfällt, dann ist es die Trennung zwischen ernster und unterhaltender Musik, zwischen Klassik und Pop. Bestes Beispiel, dass das...

KERPEN-NEU-BOTTENBROICH. Wenn es etwas gibt, das Benjamin Heinen missfällt, dann ist es die Trennung zwischen ernster und unterhaltender Musik, zwischen Klassik und Pop. Bestes Beispiel, dass das Klingende eine Einheit und Schubladendenken Unfug ist, lieferte ihm eine Schülerin. „Sie wollte unbedingt ein Stück der Toten Hosen spielen“, erzählt der 25-Jährige. Er willigte direkt ein, und als Einleitung des Rock-Songs fand sich auf den Notenblättern ein Teil der Mondscheinsonate von Beethoven.

Musik macht Freude und steigert das Selbstbewusstsein: Das ist ein Credo, das Heinen, seine Mutter Agnes und Benjamins Schwestern Annabelle und Johanna neben den reinen instrumentalen Fähigkeiten in der Musikschule Heinen vermitteln - und den kreativen Ausdruck auf der Leinwand, schließlich ist die Einrichtung auch eine Malschule.

Was mit einigen Klavier- und Geigenschülern sowie musikalischer Früherziehung vor rund 30 Jahren in einem Bergheimer Wohnhaus begann, hat sich zur Institution entwickelt, die seit 25 Jahren in Neu-Bottenbroich ansässig ist und jetzt 43 Lehrer und eine vierstellige Zahl an Schülern umfasst. Damals hätten sie und ihr Mann Klemens „einfach mal gesponnen“, erzählt Agnes Heinen - und als die Räumlichkeiten ihres Elternhauses in Neu-Bottenbroich vor 25 Jahren zur Verfügung standen, war Zeit, die Pläne in die Tat umzusetzen.

Wo früher Lebensmittel feilgeboten wurden, wird seitdem musiziert, gemalt und gezeichnet - seit einem Vierteljahrhundert. Höhepunkte des pädagogischen Engagements waren die großen Aufführungen, die Schüler und Lehrer gemeinsam schulterten, sei es der Messias, die Zauberflöte, Orpheus und Eurydike und andere Werke der Musikliteratur. Und die Aufführungen von Klemens Heinens eigenen Kompositionen, darunter zwei Sinfonien.

Was die Eltern machten, prägte die Kinder. Zeit seines Lebens waren Benjamin und seine Geschwister von Musik umgeben, mit elf Jahren spielte er bereits die Hauptrolle in der Kinderoper „Hatschi Bratschi“, die sein Vater in Töne gesetzt hatte, und mittlerweile studiert er Gesang an der Musikhochschule Köln. Darüber hinaus bildet er mit seinen Schwestern das Team um die Leiterin, Mutter Agnes, das die immense organisatorische Arbeit hinter dem Lehrbetrieb schultert.

Das 25-Jährige will auch festlich begangen sein, dazu lädt die Musikschule für Sonntag um 16 Uhr in der Erfthalle in Türnich zum Konzert. Im ersten Teil des umfangreichen Programms werden die Schüler musizieren, im zweiten sind die Lehrkräfte dran.

Auch im Jubiläumsjahr blicken alle Beteiligten nach vorne: Nachdem die Musikschule im vergangenen Jahr eine weitere Dependance in Sindorf eröffnet hat - mit großer Resonanz, wie Benjamin Heinen schildert -, ist nun geplant, den Pop- und Rock-Bereich zu einer Art Akademie auszubauen. Fehlen nur noch die entsprechenden Räumlichkeiten, in denen auch ein Schlagzeug nicht die Nachbarn auf den Plan ruft. Weiterhin soll demnächst das Klavierkonzert von Vater Klemens mit dem Titel „Bunte Steine“ aufgeführt sowie ein Pop-Konzert veranstaltet werden.



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