Von Detlef Drewes, 19.03.10, 22:08h, aktualisiert 19.03.10, 22:09h
Zwar hat die Kommission bereits vor Jahren die europäische Norm EN 13402 erlassen. Den Herstellern kann die Vorschrift allerdings egal sein, denn es handelt sich lediglich um eine Empfehlung. Die Designer in den EU-Modenzentren kümmern sich somit nicht um die gewohnten Angaben in den verschiedenen Ländern.
Deshalb fallen beispielsweise italienische Größen stets um drei Nummern höher aus als die deutschen, die französischen Werte liegen wiederum um zwei Stufen unter den italienischen und eine über den hiesigen. Eine deutsche Größe 38 entspricht also der Größe 44 in Italien und der 40 in Frankreich. In einer Studie der EU-Generaldirektion für den Binnenmarkt und Verbraucherschutz heißt es: „Die Bereitschaft der Industrie, sich auf einheitliche Konfektionsgrößen zu verständigen, ist gering.“ Das liege wohl nicht zuletzt an den Kosten in der Übergangsphase, obwohl „danach erhebliche Einsparungen zu erwarten sind“.
Textil-Fabrikanten und Importeure müssen bisher schon zahllose europäische Vorschriften bei der Kennzeichnung ihrer Produkte einhalten. Neben den bekannten Pflege-Hinweisen gehören dazu eingenähte „Schilder“, die über die Inhaltsstoffe, eventuelle Gefahren für Allergiker und anderes aufklären. Auch das ist dem Parlamentsberichterstatter für den Bekleidungsbereich ein Dorn im Auge. „Etiketten dürfen den Tragekomfort eines Kleidungsstückes nicht beeinträchtigen“, heißt es in seiner Vorlage für die Beratungen nach Ostern. Zum Beweis für zwar gut gemeinte, aber völlig überzogene Kennzeichnung hält Manders Kollegen schon mal einen Damenslip vor die Nase. Bei diesen Artikeln sei das Etikett oft größer als die Stofffläche des Kleidungsstückes. Nun fordert er die Kommission auf zu prüfen, welche „Angaben für den Verbraucher unverzichtbar sind und welche ihm auf andere Weise zugänglich gemacht werden können.“
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