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Betriebsräte loben IG Metall

Arbeitsplatz wichtiger als Geld

Von Markus Michalak, 23.02.10, 11:47h

Mit dem Tarifabschluss ihrer Gewerkschaft sind die oberbergischen Betriebsräte ganz überwiegend zufrieden. Auch wenn es diesmal nicht um mehr Lohn, sondern um Arbeitsplatzsicherung und Bildung ging.

Norbert Kemper
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„Das Glas ist halb voll“, erklärte Norbert Kemper (r) anlässlich des neuen Tarifvertrags. Die Betriebsräte sind mit dem Abschluss zufrieden. Von links: Albert Stuhlmann (Delphi), Joachim Rätzer (Otto Kind), Michael Dick (BPW) und Torsten Breitenfeld (Kind & Co.) (Bild: Krempin)
Norbert Kemper
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„Das Glas ist halb voll“, erklärte Norbert Kemper (r) anlässlich des neuen Tarifvertrags. Die Betriebsräte sind mit dem Abschluss zufrieden. Von links: Albert Stuhlmann (Delphi), Joachim Rätzer (Otto Kind), Michael Dick (BPW) und Torsten Breitenfeld (Kind & Co.) (Bild: Krempin)
Oberberg - 38 Betriebsräte hatte die IG Metall Oberberg gestern im DGB-Haus Gummersbach zu Gast. Sie sollen ihre Belegschaften über die Details der mit den Arbeitgebern ausgehandelten Tarifverträge informieren.

"Ich habe keine fundamentale Kritik an unseren Vereinbarungen festgestellt", gab Norbert Kemper, Erster Gewerkschaftsbevollmächtigter, anschließend bekannt. Das wichtigste Ergebnis: "Wir haben einen Weg gefunden, die Arbeitsplätze auch nach der gesetzlichen Kurzarbeit, die fast überall Ende des Jahres ausläuft, durch den Tarif bis Ende 2011 zu sichern." Den Arbeitgebern wurde diese Möglichkeit versüßt, indem sie bei tariflicher Kurzarbeit weniger Sonderzahlungen an die Mitarbeiter auszahlen müssen. Eine Botschaft des Ersten Bevollmächtigten der IG Metall erkannten die Betriebsratsvorsitzenden als besonders positiv an: "Bis einschließlich 2011 sind keine betriebsbedingten Kündigungen erforderlich."

Offenbar haben auch die Firmenleitungen erkannt: Fachpersonal ist kostbar und muss gehalten werden. Auch beim Thema betriebliche Weiterbildung konnte die Gewerkschaft etwas erreichen, und etwas mehr Geld wurde obendrein noch verabredet.

Verlass, so Kemper, sei in der Krise vor allem auf die Familienbetriebe, was die Betriebsräte von Kind AG, Kind & Co, und BPW bei einem Pressegespräch bestätigten. "Auch in diesem Jahr werden bei uns alle Azubis übernommen. Die Geschäftsleitung ist genauso wie die Belegschaft daran interessiert, ihr Personal zu halten", erklärte Torsten Breitenfeld von Kind & Co.

So konstruktiv das Verhältnis zu den oberbergischen Familienunternehmen ist, so zerrüttet ist es mittlerweile zwischen ISE Bergneustadt und der IG Metall: "Was die Geschäftsleitung da im Moment treibt, ist Chaos hoch drei! Die erfahrenen Kollegen ersetzt man durch mehr als 50 Leiharbeiter, obwohl die Verträge der ISE-Kollegen risikolos hätten verlängert werden können. Diese Geschäftsführung läuft zurzeit Gefahr, den Standort kaputt zu machen."



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