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Bundesliga

Erlösendes Ende einer Durststrecke

Von Kerstin von Kalckreuth, 08.03.10, 14:17h, aktualisiert 08.03.10, 14:21h

FC-Star Lukas Podolski trifft nach 1425 Minuten beim 1:1 gegen seinen früheren Club FC Bayern München und ist erlöst. Trainer Zvonimir Soldo hofft nun, dass der kölsche Prinz eine „Serie startet“.

Lukas Podolski
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Der Moment der Erlösung: Lukas Podolski erzielt in der 31. Minute nach langer Durststrecke das 1:0 gegen seinen früheren Verein, den FC Bayern München. (Bild: dpa)
Lukas Podolski
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Der Moment der Erlösung: Lukas Podolski erzielt in der 31. Minute nach langer Durststrecke das 1:0 gegen seinen früheren Verein, den FC Bayern München. (Bild: dpa)
KÖLN - Es sind 31 Minuten gespielt an diesem Samstagnachmittag in Köln-Müngersdorf, als sich Lukas Podolski den Ball zurechtlegt. Der Angreifer des 1. FC Köln bespricht noch kurz mit seinem Mannschaftskollegen Adam Matuschyk, wie dieser ihm die Kugel am liebsten vorlegen soll. Dann hält er drauf. Es dauert nur wenige Sekunden, bis Podolski begreift: Jörg Butt im Bayern-Tor ist überrumpelt, der Ball zappelt tatsächlich im Netz. Podolski sprintet zur Südtribüne, schreit seine Erleichterung heraus, schlägt sich mit der flachen Hand mehrfach auf die Brust und deutet auf den Geißbock auf seinem Trikot. Als 'erlösend' bezeichnet der 24-Jährige diesen Moment später.

1425 Minuten hat der kölsche Superstar auf ein Tor in der Fußball-Bundesliga gewartet. Viele hatten ihn kritisiert, einige schon abgeschrieben. Ausgerechnet beim 1:1 (1:0) gegen seinen früheren Club FC Bayern München aber endet die Durststrecke. „Ich habe überlegt, ob ich mir die Zahl tätowieren lassen soll“, sagt Podolski und zeigt endlich wieder zumindest die Andeutung dieses schelmischen Grinsens, das ihm in ganz Deutschland so viele Sympathien eingebracht hat. Inzwischen sind knapp 90 Minuten vergangen, seit er sich mit seinen Mannschaftskollegen auf die Ehrenrunde begeben hat. Bei der Dopingprobe wollte es nicht so richtig laufen. Dadurch verpasst Podolski unter anderem eine Begegnung mit seinem früheren Spezi Bastian Schweinsteiger, der in der 58. Minute das Ausgleichstor für die Bayern erzielt hat. „Ich freue mich nie über einen Gegentreffer, aber wenn er schon einem gelingen muss, dann Schweini“, sagt Podolski - Schweinsteiger hatte sich zuvor ähnlich geäußert.

Es gibt auf Kölner Seite an diesem Wochenende wohl niemanden, der sich nicht mit Podolski freut. „Lukas hat heute sehr engagiert und sehr routiniert gespielt. Und er hat, obwohl ich ihn in dieser Hinsicht nie unter Druck gesetzt habe, ein Tor geschossen. Jetzt hoffe ich, dass er eine Serie startet“, sagt Trainer Zvonimir Soldo. Man könnte meinen, mit dem Treffer sei bei Podolski der Knoten geplatzt, aber das stimmt nicht. In der zweiten Halbzeit der bitteren 1:5-Pleite gegen Stuttgart zeigte der Nationalspieler erstmals seit langem sein Kämpferherz. Seitdem ist er bei den FC-Spielen nicht mehr nur dabei, sondern mittendrin. Die Bayern bekamen seine neue Präsens in diversen Zweikämpfen, bei einem Lattenknaller (7.) und einem Abseitstor (73.) zu spüren.

„Die erste Hälfte war sicher mit die beste, die wir in dieser Saison in einem Heimspiel gezeigt haben“, sagt Podolski, „mich ärgert nur, dass wir uns in der zweiten Halbzeit so weit haben zurückdrängen lassen.“ Das lag allerdings auch daran, dass Louis van Gaal, der auf den grippekranken Arjen Robben verzichten musste, Miroslav Klose und Franck Ribéry einwechselte. Klose bereitete den Ausgleichstreffer per Hackentrick vor. Ribéry, der wegen diverser Zipperlein nicht von Beginn an hatte spielen wollen, traf den Pfosten (84.). Schweinsteiger hatte zuvor einen Kopfball an die Unterkante der Latte gesetzt (64.). „Man könnte sagen, dass wir heute auch Pech gehabt haben“, kommentiert van Gaal: „Aber das Glück muss man erzwingen, und das haben wir vor allem in der ersten Halbzeit nicht getan.“ Morgen, beim Champions-League-Spiel in Florenz, will Ribéry in der Startelf stehen. Auch Robben soll pünktlich fit werden.

Lukas Podolski humpelt schließlich als letzter Profi aus den Katakomben des Rhein- energie-Stadions. Aber die Prellungen an Fuß und Oberschenkel schmerzen nicht annähernd so sehr, wie die vielen persönlichen Niederlagen zuvor. „Das ist nicht so dramatisch“, wiegelt der kölsche Prinz ab: „In Mainz am Samstag kann ich spielen.“ Und wenn er das wieder mit so viel Leidenschaft macht wie zuletzt, dann dürfen sich die FC-Fans schon drauf freuen.



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