Von Uli Jansen, 09.03.10, 10:26h
Noch sieht das Gelände allerdings reichlich trist aus: Heruntergekommene Baracken einer ehemaligen Bundeswehrkaserne und eine US-Abschussbasis dominieren einen Teil des Geländes. Demnächst soll dort der große Bagger anrücken, im Juni diesen Jahres wird der erste Spatenstich für das 7,8 Millionen teure Projekt erfolgen.
Die Mittel dafür sind inzwischen in trockenen Tüchern: Neben dem Deutschen Jugendherbergswerks (DJH), das künftig 90 Prozent der Anteile an der Erlebniswelt hält, haben sich auch der Oberbergische Kreis und die Stadt Waldbröl eingebracht. Die war eine Auflage des Landes gewesen, welches einen beträchtlichen Teil der Summe aus Förder- und EU-Mitteln dazu schießt.
Hinter der Idee steht der Waldbröler Wirths, dem vor rund sechs Jahren die Idee kam, das Gelände am Nutscheid - dem mit 1500 Hektar größten zusammenhängenden Waldgebiet im Bergischen Land - in ein Informations-und Bildungszentrum in Sachen Natur umzuwandeln. Mit seiner mitreißenden Idee setzte sich der 38-Jährige kurz darauf beim Wettbewerb "Erlebnis NRW" durch - und konnte nach und nach auch die Stadt und den Kreis begeistern.
Der Umweltpädagoge hat sich auf die Fahnen geschrieben, das Naherholungsgebiet mit anderen touristischen Angeboten zu verknüpfen. So führen regionübergreifende Wanderwege wie der "Siegsteig" oder "Wanderweg der Seiten" auf das Gelände. Einmal angekommen, können Besucher dann auf eigene Faust die Gegend erkunden oder sich geführten Touren - beispielsweise zum Thema heimische Wildkräuter - anschließen. Oder auch einem Barfußweg erkunden. "Dinge muss man erleben, um sie begreifen zu können", sagt Wirth. Er hofft, Menschen die Natur und ein "Gefühl für die Gesamtregion" näher zu bringen. Rund elf Millionen Menschen wohnen in einem Einzugsgebiet von 50 Minuten rund um den Nutscheid. Sie alle sollen sich von den Konzept überzeugen können, das auch andere touristischen Aktivitäten oder die Bio-Bauern der Umgebung einbindet. Rund 45 Arbeitsplätze sind für Leitung, Gastronomie und Unterkünfte nötig, für die Betreuung ganzer Schulklassen werden bis zu 200 freie Referenten benötigt, die auf Honorarbasis Gruppen betreuen.
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