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Nach Krisenjahr

Deutsche Post macht wieder Gewinn

Von Claudia Mahnke, 09.03.10, 16:56h, aktualisiert 09.03.10, 22:19h

Die Deutsche Post hat sich wie geplant durch die Krise gespart: Nachdem das Unternehmen 2008 ein Minus von 1,7 Milliarden Euro verbuchte, konnte es für das Geschäftsjahr 2009 einen Nettogewinn von 644 Millionen Euro erwirtschaften.

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Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post, Frank Appel (r.), und Finanzvorstand Lawrence Rosen gaben bei der Bilanzpressekonferenz in Bonn keine überraschendes News.
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Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post, Frank Appel (r.), und Finanzvorstand Lawrence Rosen gaben bei der Bilanzpressekonferenz in Bonn keine überraschendes News.
BONN - Die Deutsche Post ist in die Gewinnzone zurückgekehrt. Nach einem Verlust von knapp 1,7 Milliarden Euro 2008 verbuchte der Bonner Konzern für 2009 einen Konzerngewinn von 644 Millionen Euro. Für das abgelaufene Geschäftsjahr will das Unternehmen unverändert 60 Cent Dividende pro Aktie zahlen.

Damit muss das Unternehmen mehr zur Zahlung der Dividende ausgeben, als es an Gewinn unter dem Strich erwirtschaftet hat. Finanzvorstand Larry Rosen sagte, dass die Dividendenhöhe vor allem aus Kontinuitätsgründen festgelegt worden sei. Künftig will das Unternehmen etwas 40 bis 60 Prozent des erwirtschafteten Ergebnisses an die Anteilseigner ausschütten.

Als Folge der Wirtschaftskrise und deutlich gesunkener Transportmengen schrumpfte der Umsatz deutlich um 15,2 Prozent auf 46,2 Milliarden Euro. Das Briefgeschäft ging um 4,9 Prozent auf 13,7 Milliarden Euro zurück. Dabei setzte dem Unternehmen der Trend zu E-Mails zu. Diesem Trend will die Post zum Sommer einen eigenen Online-Brief entgegensetzen.

Für das laufende Geschäftsjahr zeigte sich Post-Chef Frank Appel zuversichtlich. Er rechnet für 2010 und 2011 mit steigenden Gewinnen. Impulse sollen vor aus aus der Logistiksparte DHL kommen, die das Betriebsergebnis verdoppeln soll. Damit wäre der Gewinne erstmals annähernd so hoch wie der Gewinn aus dem angestammten Briefgeschäft.

Größere Zukäufe plant das Unternehmen nicht. „Wir haben die Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise erfolgreich gemeistert und unsere Ziele für 2009 übertroffen“, bilanzierte Appel. Durch das strikte Kostenmanagement könne die Post überproportional von der Belebung der Weltwirtschaft profitieren.

Belastend wird sich der Wegfall des Mehrwertsteuerprivilegs für Geschäftskunden auswirken, das der Bundestag bereits beschlossen hat. Wenn der Bundesrat zustimmt, würde die Regelung voraussichtlich zum 1. Juli wegfallen. Beziffern wollte Appel die Belastung nicht. Ob die Post gerichtlich dagegen vorgehen werde, sei noch nicht entschieden.

Neben der Vorlage der Geschäftszahlen war gestern ein Aspekt für Post-Chef Frank Appel besonders wichtig: „Trotz Wirtschaftskrise ist die Mitarbeiterzufriedenheit gestiegen.“

Appel belegte das mit einer Umfrage unter den Mitarbeitern der Brief-Sparte, an der sich 57 Prozent beteiligt haben. Demnach sind 66 Prozent der Beschäftigten mit ihrer allgemeinen Arbeitssituation zufrieden oder sehr zufrieden - dies sind sieben Punkte mehr als vor einem Jahr. Die Zufriedenheit mit den Vorgesetzten nahm um sieben Punkte auf 53 Prozent zu. Das war nicht immer so. In den Vorjahren hatte es Kritik von Beschäftigten aus der Briefsparte gegeben, die sich überlastet fühlten. Das Problem hat sich durch geringere Sendungsmengen abgemildert. Allerdings steht die Post auf der Kostenbremse. Ein Sparkurs drückte die Kosten um 1,1 Milliarden Euro.

Kontinuität versprach Appel für die Vorstandsarbeit. Der Aufsichtsrat hat Hermann Ude und Bruce Edwards für weitere fünf Jahre in den Vorstand bestellt. Ude ist für „Global Forwarding, Freight“ und Edwards für „Supply Chain“ zuständig.



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