Von Manfred Reinnarth, 09.03.10, 21:39h, aktualisiert 19.03.10, 11:43h
Hinter den Kulissen der KVB gärt es aber noch heftiger. Auch der maßgebliche Bauleiter für das Los Süd hat inzwischen einen Anwalt: Dr. Björn Gercke, der allerdings nach Rücksprache mit seinem Mandanten „zu keiner Stellungnahme bereit“ ist. Bei den KVB wird nach Rundschau-Informationen bereits von einer bevorstehenden Versetzung des Bauleiters gemunkelt, weil er angeblich von den zahlreichen zusätzlichen Brunnen in der Baugrube am Waidmarkt gewusst haben soll. Das alleine würde zwar immer noch nicht bedeuten, dass der Mann auch gewusst hätte, dass die Brunnen illegal betrieben wurden oder mehr Wasser gefördert wurde als genehmigt. Aber der Umgang mit dem Grundwasser steht in engem Zusammenhang mit der Theorie, dass das Stadtarchiv und seine Nachbarhäuser in Folge eines hydraulischen Grundbruchs eingestürzt sind. Das glaubt auch der Vorstandsvorsitzende von Bilfinger Berger, Herbert Bodner. Er erklärte noch am Montag in Mannheim, dass sämtliche Brunnen dem Kunden, also den KVB, bekannt gewesen seien. Er räumte aber auch ein, dass die Arge der Baufirmen „von der Genehmigung her versäumt“ habe, „über die Größe und Anzahl der Brunnen eine umweltschutztechnische Genehmigung einzuholen“.
Am Montag hatte der Gutachter Gero Walter der Stadt Versäumnisse bei der Wasserhaltung vorgeworfen. Das städtische Umweltamt dagegen wiederholte: Die Brunnen seien zwar formal illegal gewesen, aber die Wasserförderung sei aus Umweltgesichtspunkten „überhaupt kein Problem“ gewesen. „Wir hätten selbst viel höhere Mengen genehmigt, weil wir nur darauf zu achten haben, dass einem trockenen Boden kein Wasser entzogen wird, und Wasser gibt es dort genug“, sagte Umweltdezernentin Marlis Bredehorst gestern. Bei mehr als 40 Stichproben sei beim U-Bahn-Bau nachgewiesen worden, dass es keine Trübungen des Wassers gab und keine chemischen Rückstände. „Um mehr ging es uns nicht.“
Das sieht der Regierungspräsident anders. „Die Stadt hat die wasserrechtliche Erlaubnis erteilt. Sie muss ihre Genehmigung überprüfen. Und diese Kontrolle beinhaltet auch die Wassermengen. Das ist eindeutig“, versichert RP-Sprecher August Gemünd. Bredehorst sagt, das damalige Staatliche Umweltamt (heute Bezirksregierung) habe vierteljährliche Berichte verlangt, aber nicht eingefordert. „Was hätten wir denn gemacht, wenn wir eine Überschreitung festgestellt hätten?“, so Bredehorst: „Dann hätten wir die KVB informiert, weil die vom RP Düsseldorf mit der Aufsicht betraut waren.“ Dass es nur Stichproben bei der Überwachung gab, begründete sie damit, dass Antragsteller die Arge gemeinsam mit den KVB war. „Die KVB sind ein umweltzertifizierter Betrieb, der muss nicht laufend überprüft werden.“
KVB-Vorstand: „Bilanz ist unbefriedigend“
Eisendiebstahl: Firmen durchsucht
KVB-Aufsichtsrat: Walter Reinarz bleibt - vorerst
Bauaufsicht am Waidmarkt: Gutachter findet überall Fehler
Nord-Süd-Bahn: Vorwürfe und Attacken
Kommentar zu Roters: Konkret werden
Kommentar zum KVB-Vorstand: Überfällig
Nachdenklich
10.03.2010 | 19.02 Uhr | Nachdenklich
Fr.Bredehorst hält also die zusätzlichen Brunnen für illegal, aber wenn es umweltmäßig nichts zu beanstanden gibt... Nach dieser Logik hätte sie also…
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Rundschau zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
22. April 2012,
E-Werk Köln
Kfm. Umschulungen + Seminare in Köln
Holzspielzeug gesucht, gefunden, geliebt