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Sparkasse KölnBonn

„Ein Jahr der Weichenstellungen“

Von Ralf Arenz, 10.03.10, 14:24h, aktualisiert 10.03.10, 21:45h

Die Sparkasse KölnBonn hat auch im vergangenen Jahr wieder einen Millionenverlust gemacht. Der Fehlbetrag beläuft sich auf rund 113 Millionen Euro. 2008 hatte die Sparkasse das Defizit mit Reserven überbrückt, doch die sind nun aufgebraucht.

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Die Sparkasse KölnBonn hat erneut Millionenverluste gemacht. (Symbolbild: dpa)
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Die Sparkasse KölnBonn hat erneut Millionenverluste gemacht. (Symbolbild: dpa)
KÖLN. „Trendwende“, „Rückbesinnung“„klassische Sparkasse“. Das waren Schlüsselwörter für Vorstandschef Artur Grzesiek, als er über das abgelaufene Geschäftsjahr der Sparkasse Köln Bonn berichtete. Vorangekommen sei das Institut. Wirklich zufrieden ist er nicht. Denn nach ursprünglicher Planung wollte Grzesiek ein ausgeglichenes Ergebnis vorstellen, erklären musste er gestern einen Fehlbetrag von 113,1 Millionen Euro.

„Das ist keine schöne Zahl“, so Grzesiek. Für 2008 - der Fehlbetrag betrug 198,1 Millionen Euro - war sie aber noch hässlicher. Damals hat die Sparkasse Köln Bonn laut Grzesiek den Tiefpunkt erreicht. Durch einen tiefen Griff in die Reserven konnte sie aber noch einen kleinen Gewinn zeigen. Jetzt gibt es keine Reserven mehr.

Ein „sehr straffes Kosteneinsparungsprogramm“ habe im abgelaufenen Jahr das Ergebnis verbessert, so Finanzvorstand Ulrich Gröschel. Einsparungen von 20,3 Millionen Euro entfielen je zur Hälfte auf die Personal- und die Sachkosten. Weil gleichzeitig die Einnahmen leicht stiegen, verbesserte sich das Ergebnis vor Bewertung um 23,4 Millionen Euro auf 194,5 Millionen.

Nach Bewertung - also Risikovorsorge für faule Kredite und Abwertungen auf Wertpapiere und Beteiligungen - stieg das Ergebnis sogar um 298,5 Millionen auf minus 92,4 Millionen Euro. Gezielt habe das Institut Risikopositionen bei Eigenanlagen in Wertpapieren abgebaut. Auch deshalb sank die Bilanzsumme des Instituts um 1,2 Milliarden auf 29,6 Milliarden Euro.

Bei den Beteiligungen wurde der Golfclub Lärchenhof verkauft. Die MMC-Studios seien zukunftsfähig, nachdem der Vermieter - ein Oppenheim-Esch-Fonds - Zugeständnisse gemacht habe. Die ehemaligen Rheinhallen der Kölner Messe hätten erneut viel Kraft und Geld gekosten. Mit der Übergabe an HDI Gerling und an RTL seien aber Risiken aus dem Gesamtprojekt genommen worden. „Ein solches Risiko wird die Sparkasse nicht wieder eingehen, zumindest ich hier Verantwortung trage“, versprach Grzesiek.

In Zukunft will sich das Institut von weiteren Beteiligungen trennen. Von einer jetzt dreistelligen Zahl würden etwa 50 bleiben, so Grzesiek. Auch komplex strukturierte, riskante Wertpapiere will die Sparkasse abbauen. Statt dessen setzt sie auf das klassische Sparkassengeschäft mit einer Konzentration auf den Privatkunden und den Mittelstand.

„Eine Sparkasse unserer Größe muss aber mit Augenmaß neu ausgerichtet werden“, erteilte Grzesiek allzu großer Eile eine Absage. Die eingeleiteten Maßnahmen greifen laut Grzesiek 2009 werde als das Jahr der Weichenstellung in die Geschichte der Sparkasse Köln Bonn eingehen. Im laufenden Jahr will sie jetzt ein „ausgeglichenes Ergebnis“ erzielen. Die „schwarze Null“ peilt Gröschel für 2011 an. Und ab 2014 will das Institut so weit sein, dass das Genusskapital und stille Einlagen wieder aufgefüllt sind, die Verzinsung nachgeholt wird und auch Rücklagen für Garantien für die WestLB aus den Gewinnen gebildet werden können.



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