Von Tim Attenberger, 11.03.10, 13:32h, aktualisiert 11.03.10, 22:17h
Zum ersten Mal kommen an diesem Tag alle Mitglieder der Spezialeinheit zusammen, um Verfahrensabläufe bei Einsätzen einzustudieren. Polizisten aus dem ganzen Bundesgebiet hatten sich auf einen Platz in der 150 Mann starken Truppe beworben. „Es geht heute um zwei wesentliche Faktoren, die Teamfähigkeit und das Üben von taktischen Maßnahmen“, erklärt Feltmann. „Wir müssen uns im Einsatz aufeinander verlassen können.“
Beweglichkeit als Stärke
Die MKÜ wird nach und nach aufgebaut und gehört zur Bundespolizeidirektion in Sankt Augustin. Sie soll vor allem bei der Androhung von Anschlägen und bei Sportveranstaltungen eingesetzt werden, die im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei liegen. „Das Besondere ist die hohe Alarmierungsbereitschaft, die Einheit kann schnell an Orten sein, an denen kein Konflikt zu erwarten ist“, sagt Behördenleiter Jürgen Bischoff. So könne sie etwa eingesetzt werden, wenn es nicht direkt am Spielort einer Fußballbegegnung Konflikte mit Fangruppen gibt, sondern auf dem Hin- oder Rückweg. „Wir haben in NRW ein sehr enges Schienennetz, da kann es an jedem Bahnhof zu Ausschreitungen kommen“, so Bischoff.
Unterdessen hat sich der „schwarze Block“ neu formiert, ein Plakat mit der Aufschrift „Polizei nein“ wird hochgehalten. Aus der Ferne sind mit einem Mal Motorengeräusche zu hören, über den Dächern der umliegenden Häuser tauchen drei Helikopter der Bundespolizei auf. Wie überdimensionale Heuschrecken kreisen sie über dem Übungsgelände und landen schließlich auf der Rasenfläche. Während die Rotoren auslaufen, öffnen sich die Türen, weitere Einsatzzüge der Außenstelle in Kleve rennen zum „Konfliktherd“.
Hubschrauber-Einstieg wird zur Choreographie
Wieder werden die Randalierer-Darsteller von den Einsatzkräften eingekesselt, aber diesmal nehmen sie sich verschwörerisch in die Arme und stürmen plötzlich los. Sie werfen mit Tannenzapfen, kleinen Holzstücken und Plastikflaschen, die Polizisten reagieren, indem sie einzelne Randalierer aus dem Kreis ziehen und spielerisch festnehmen. Das war allerdings nicht geplant, da es eigentlich keinen direkten Kontakt zwischen den Beamten und den Darstellern geben sollte. „Es hat sich situativ so ergeben. So ist es bei Einsätzen ja auch manchmal“, sagt eine Polizistin.
Zum Abschluss üben die Beamten noch das Einsteigen in die abflugbereiten Hubschrauber. Auch das ist nicht so einfach, denn es gleicht nahezu einer Choreographie: Jeder hat seinen festgelegten Sitzplatz, und einer muss für die anderen die Tür aufhalten. Das alles funktioniert reibungslos. Die Teamfähigkeit hat die MKÜ offenbar bereits verinnerlicht.
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