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Müllunternehmer

Trienekens legt Teilgeständnis ab

Von Albert Huhn, 12.03.10, 15:07h, aktualisiert 12.03.10, 21:36h

Der frühere Müllunternehmer Hellmut Trienekens hat im Prozess um den Müllskandal ein Teilgeständnis abgelegt. Tochterfirmen hätten mit seinem Einverständnis Scheinrechnungen erstellt. Das Geld sei an eine Firma in der Schweiz gegangen.

Hellmut Trienekens
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Hellmut Trienekens (Bild: dpa)
Hellmut Trienekens
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Hellmut Trienekens (Bild: dpa)
Köln - Überraschung am zweiten Verhandlungstag: Im Prozess gegen den ehemaligen Entsorgungsunternehmer Hellmut Trienekens wegen Untreue hat der Angeklagte gestern über seinen Verteidiger ein Teilgeständnis abgelegt. In der Erklärung, die Trienekens-Anwalt Professor Norbert Gatzweiler vortrug, gestand der frühere Müll-Multi fünf Fälle ein, in denen mit seinem Einverständnis Trienekens-Tochterfirmen Scheinrechnungen über tatsächlich nicht erbrachte Leistungen erstellt und das Geld an die Schweizer Firma Stenna transferiert hätten. Das so entstandene „Gelddepot“ (Originalton Trienekens), auch „Kriegskasse“ genannt, sei für „nützliche Aufwendungen“ gedacht gewesen, so die Erklärung des Verteidigers. Gemeint sind Schmiergeldzahlungen wie etwa beim Bau der Kölner Müllverbrennungsanlage. Trienekens räumte ausdrücklich ein, dass er gegen Vermögensbetreuungspflichten und damit gegen das Strafrecht verstoßen habe. Dies sei von der „guten Absicht“ getragen gewesen sein, die Geschäfte seines Unternehmens im Ausland zu fördern. Trienekens gab auch zu Protokoll, dass er durch den Niedergang seiner Unternehmensgruppe physisch und psychisch stark gelitten habe. Er wolle nun einen Schlussstrich ziehen.

Das Teilgeständnis am zweiten Verhandlungstag ist das Ergebnis einer Übereinkunft zwischen Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gericht, wonach der gesundheitlich stark angeschlagene 71-Jährige mit einer kombinierten Freiheits- und Geldstrafe rechnen könne, wenn er insgesamt fünf konkrete Fälle der Anklage zugebe. Als Strafobergrenze nannte das Gericht eine zweijährige Haftstrafe auf Bewährung, eine Geldstrafe von 720 Tagessätzen und eine zusätzliche Geldauflage, als Strafuntergrenze eine Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren auf Bewährung und eine Geldstrafe von 650 Tagessätzen sowie eine zusätzliche Geldauflage. Diese fünf in der Vereinbarung genannten Fälle gestand Trienekens in seiner Erklärung gestern ausdrücklich ein.

Nach einer kurzen Verhandlungspause begann das Gericht mit der Verlesung von Urkunden und Vernehmungsprotokollen. Durch das Teilgeständnis des Angeklagten dürfte sich der ursprünglich auf 66 Verhandlungstage festgesetzte Prozess erheblich verkürzen. Damit steht acht Jahre nach Aufdeckung des Kölner Müllskandals der letzte Prozess gegen Trienekens vor dem Ende. Von der Vernehmung von Zeugen hat das Gericht bereits abgesehen.

Aus medizinischen Gründen darf gegen den an einer Herz- und Kreislauferkrankung leidenden Trienekens nur drei Stunden pro Tag verhandelt werden. Auch gestern kam er in Begleitung mehrerer Ärzte ins Gericht. Nach der bisherigen Terminplanung ist der 23. März als nächster Verhandlungstag vorgesehen. Dann wird auch mit einem Urteil gerechnet.



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