Von Franz-Josef Vogt und Peter W. Schmitz, 12.03.10, 16:44h, aktualisiert 15.03.10, 16:40h
Die Geschichte nahm nach Rundschau-Informationen in Sinzenich ihren Lauf. Jäger Wolfgang Henke erklärte auf Anfrage, auf einem dortigen Feld sei offenbar ein „einjähriger, etwa 35 Kilogramm schwerer Frischling“ von einem Jäger angeschossen worden.
Wenig später taucht das junge Wildschwein auf dem Parkplatz des Edeka-Marktes in Zülpich auf. Ein 29-Jähriger bemerkt einen „lauten Knall“ und sieht, wie das Tier gegen einen Wagen läuft. Der Mann bringt sich in Sicherheit und alarmiert die Polizei.
Wenige Kilometer entfernt sieht Patrick Bung im elterlichen Haus in Hoven gerade fern. Es ist 16.05 Uhr. Plötzlich wird der 19-Jährige durch ein „dumpfes Geräusch“ aufgeschreckt, das definitiv nicht aus der Flimmerkiste kommt. Beim Blick in den großen Garten traut er zunächst seinen Augen nicht: Eine waschechte Wildsau sprintet über den Rasen. Wie sich später herausstellt, hat sie zuvor eine hohe und mit Stacheldraht bewehrte Mauer übersprungen.
Dann geht die wilde Jagd weiter. Die Sau springt in den Goldfischteich. Beim Versuch, der nassen Falle zu entkommen, zerstört sie die Folie. Dann sprintet sie auf die Terrasse. Patrick ruft seinen Vater Frank, der sofort die Polizei verständigt: „Wir haben eine Wildsau im Garten!“ Die Antwort kommt prompt: „Das wissen wir schon. Die Kollegen sind fast bei Ihnen.“
Wenig später fährt ein Streifenwagen und ein Zivilfahrzeug in der Niddegener Straße vor. Die Beamten teilen sich auf und nehmen das angeschossene Wildschwein in Zange. Das Tier gerät in Panik und springt mit einem gewaltigen Satz durch die verschlossene, gläserne Terrassentür.
„Als das Tier auf uns zulief, sind wir sofort in Deckung gegangen“, berichtet Patrick Bung. Er flüchtet in den ersten Stock. Mutter Heike verbarrikadiert sich derweil in der Küche. Vater Frank ist draußen bei den Beamten. Im Wohnzimmer hinterlässt das Tier eine Spur der Verwüstung sowie zahlreiche Blutflecken. Wenig später läuft es wieder in den Garten. Die Polizisten haben sich hinter der zwei Meter hohen Gartenmauer verschanzt: Sicher ist sicher. Mit einem waidwunden Wildschwein ist nicht zu spaßen.
Einige Schüsse aus den Dienstwaffen zeigen keinerlei Wirkung. Die Beamten rufen Verstärkung. Die Jäger Florian Dreesbach (Langendorf) und Wolfgang Henke (Zülpich) legen sich ebenfalls hinter der Mauer auf die Lauer.
Dann schlägt das letzte Stündlein für die wilde Sau. Ein Polizist gibt dem Tier auf kurze Distanz den Gnadenschuss. Die Sau ist tot.
Verursacher zur Verantwortung!
13.03.2010 | 14.54 Uhr | RalphK
Wenn Wildtiere sich so verhalten und in Panik durch, sage und schreibe, Wände gehen, dann kann man sich vorstellen, wieviel die Jagd Tag für Tag, in…
Wahrscheinlich war in...
13.03.2010 | 13.23 Uhr | elmar.solimini
der Umgebung mal wieder eine Drückjagd zu Gange. Ein ähnlicher Vorfall hat sich vor ein paar Wochen in Schleiden ereignet.
Es ist wirklich Zeit das…
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