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Kulturabend

Vom Freitod und Fassaden

Von Bernd F. Hoffmann, 16.03.10, 17:46h, aktualisiert 16.03.10, 17:56h

150 Kürtener Gesamtschüler präsentieren am Mittwoch und Donnerstag ihren 14. Kulturabend. Brisante Themen haben sich die Mitwirkenden ausgesucht: In einem Theaterstück geht es um den Freitod junger Menschen.

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150 Kürtener Gesamtschüler präsentieren an zwei Tagen ihren 14. Kulturabend. (Alle Bilder: Daub)
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150 Kürtener Gesamtschüler präsentieren an zwei Tagen ihren 14. Kulturabend. (Alle Bilder: Daub)
KÜRTEN - „Sie war mein Sohn“. „Er war meine Tochter“. „Warum haben sie ihr Leben weggeworfen?“ Fragen, die sich wohl alle Eltern stellen, dessen Kind sich das Leben genommen hat.

Fragen, die Mittwochabend auch in der Gesamtschule Kürten gestellt werden. Denn dort sind diese Fragen ein Bestandteil der Inszenierung „Wenn junge Menschen gehen“... Es geht um Jugendliche, die sich im Chat-Room zum Selbstmord verabreden. „Ich habe mir das lange überlegt. Mein Entschluss ist gefasst“, erklärt die Schülerin Julie auf einer großen Videoleinwand.

Gerade in Kürten besitzt das Thema aktuelle Brisanz. Hier hatten vor kurzem mehrere junge Männer gemeinsam den Freitod gewählt.

„Wir haben uns aber schon vorher mit dem Thema beschäftigt und sind von der Aktualität eingeholt worden“, berichtet Gesamtschullehrer Rudolf Feder. Auch sonst geht es beim mittlerweile 14. Kulturabend in der Schulaula brisant zu.

Erneut haben rund 150 Gesamtschüler mit ihren Lehrern seit Anfang des Jahres einen über zweistündigen Kulturmarathon aus Musik, Tanz und Theater zusammengestellt. Die Schüler stammen aus dem Kurs „Darstellen und Gestalten (DG)“, der an der Schule schon seit vielen Jahren Wahlpflichtfach ist. Selbstbewusst sich auf der Bühne zu präsentieren steht dabei im Mittelpunkt.

„Eigenleben“ lautet das Motto des diesjährigen „Kulturabends“, der 14 Vorführungen bietet. Ein solches Eigenleben entwickelt sich beispielsweise bei der Tanzparty „Systemfehler“ der DG-Klasse 7. „Während der Aufführung schleichen sich Pannen ein, die gemeinsam in der Gruppe bewältigt werden“, erläuterte Gesamtschullehrer André Rommen.

Eine anfängliche Außenseiterin steht im Mittelpunkt des Stückes „Ein neues Leben“. Hier gelingt es den jungen Darstellern, die in ungewöhnliche Rollen wie Hebamme und Krankentransporter schlüpfen, mit einfachen Mitteln wie Tüchern auf der Bühne symbolische Barrieren zu errichten. Am Ende schafft es der Außenseiterin trotz aller Hindernisse, die Fassade ins Wanken zu bringen.

Neben den Inszenierungen bieten die Schüler auch viel Musik. Die Little-Big-Band der Jahrgangsstufen 5 bis 13 spielt Jazzklassiker wie „Mercy, Mercy Mercy“. Zudem begibt sich der Literaturkurs mit „Hand aufs Herz“ auf Spurensuche von Cyrano de Bergerac.

Adrian Fichtner brilliert am „Jazzklavier“, während der Jahrgangskurs 10 mit „Wenn du könntest, wie ich wollte“ einen szenischen Reigen über Beziehungen und Eigenleben beisteuert.

Die Premiere findet am Mittwoch um 19 Uhr statt. Eine weitere Aufführung ist einen Tag später um 19 Uhr. Der Eintritt kostet 2,50 Euro.



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