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Missbrauchsskandal

Merkel fordert die Wahrheit

Erstellt 17.03.10, 12:13h

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat im Bundestag von den Verantwortlichen für die Missbrauchsfälle in katholischen und anderen Einrichtungen schonungslose Offenheit verlangt. Auch über eine Änderung der Verjährungsfristen müse gesprochen werden.

Papst Benedikt XVI.
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Der Missbrauchsskandal in der Katholischen Kirche hat nun auch Papst Benedikt XVI. erreicht. (Bild: dpa)
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Der Missbrauchsskandal in der Katholischen Kirche hat nun auch Papst Benedikt XVI. erreicht. (Bild: dpa)
BERLIN - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach den Missbrauchsfällen in katholischen und anderen Einrichtungen volle Wahrheit gefordert. Wörtlich sagte die Kanzlerin am Mittwoch im Bundestag:

"Ich glaube, wir sind uns alle einig: Sexueller Missbrauch an Kindern und an Schutzbefohlenen ist ein verabscheuungswürdiges Verbrechen. Und es gibt nur eine Möglichkeit, dass unsere Gesellschaft mit diesen Fällen klar kommt, und das heißt Wahrheit und Klarheit über alles, was passiert ist. Ich glaube, jedem ist bewusst, dass die Menschen, die so etwas erlebt haben, dass deren Leben einfach anders verläuft, als wenn sie das in jungen Jahren nicht erlebt hätten. Das begleitet sie ein ganzes Leben. Und völlige Wiedergutmachung wird und kann es nicht geben.

Sie forderte von den Verantwortlichen für die Missbrauchsfälle in katholischen und anderen Einrichtungen schonungslose Offenheit.""Es gibt nur eine Möglichkeit, dass unsere Gesellschaft mit diesen Fällen klar kommt, und das heißt: Wahrheit und Klarheit über alles, was passiert ist", sagte Merkel am Mittwoch in der Generalaussprache des Bundestages über den Haushalt. Zugleich räumte sie ein: "Völlige Wiedergutmachung wird und kann es nicht geben."

Man müsse über Verjährung und könne über Entschädigung sprechen, sagte die Kanzlerin. "Dass Menschen, die so etwas erfahren haben, sich in dieser Gesellschaft wieder anerkannt, aufgehoben fühlen und wenigstens ein Stück Wiedergutmachung bekommen", sei eine Bewährungsprobe für die gesamte Gesellschaft.

Merkel betonte, die Diskussion über die Aufarbeitung der "verabscheuungswürdigen Verbrechen" dürfe sich nicht auf die katholische Kirche beschränken, auch wenn die ersten Fälle aus diesem Bereich bekanntgeworden seien. "Es ist etwas, was in vielen Bereichen der Gesellschaft sich ereignet hat und es ist vor allen Dingen auch etwas, was sich heute teilweise in anderer Form, aber mit gleichen Folgen, weiter ereignet." Die Kanzlerin begrüßte, dass die Ministerinnen Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (Justiz, FDP), Kristina Schröder (Familie) und Annette Schavan (Bildung, beide CDU) gemeinsam ein Gesprächsforum zur Aufarbeitung der Vorfälle bilden. (dpa)



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