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Thailand

Auch Blutvergießen hat nicht geholfen

Erstellt 17.03.10, 15:24h, aktualisiert 17.03.10, 17:26h

Mit einer spektakulären Aktion wollten die Demonstranten in Thailand ihren Forderungen nach Neuwahlen Nachdruck verleihen. Sie ließen sich Blut abnehmen und verschütetetn es vor der Residenz des Ministerpräsidenten - ohne Erfolg.

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Mir dem Blut strichen die Demonstranten die Wände. (Bild: dpa)
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Mir dem Blut strichen die Demonstranten die Wände. (Bild: dpa)
Bangkok
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In Bangkok demonstrieren zehntausende "Rothemden" gegen die Regierung. (Bild: dpa)
Bangkok
BANGKOK - Auch riesige Blutlachen vor der Residenz des thailändischen Ministerpräsidenten haben nichts bewegt. Am vierten Tag der Anti-Regierungs-Proteste in Bangkok zogen tausende Demonstranten am Mittwoch zum Haus von Abhisit Vejjajiva in einem Nobelviertel und verschütteten ihr eigenes Blut. Mit der Aktion wollen sie den Rücktritt der Regierung erreichen. Abhisit blieb aber ungerührt: Er wohnt seit Beginn der Proteste anderswo, ließ sich nicht blicken und meldete sich nicht zu Wort. Hinter den Kulissen sollen Verhandlungen zwischen Protestanführern und Regierung laufen. Einzelheiten wurden aber nicht bekannt.

Die Sicherheitskräfte haben strikte Anweisung, darauf zu achten, dass die Proteste friedlich bleiben. Mehrere tausend Demonstranten legten zwar den Verkehr in dem Nobelviertel stundenlang lahm, doch schritt die Polizei nicht ein. Dutzende Soldaten und Polizisten standen Wache vor Abhisits Tür und blieben auch ungerührt, als das Blut über ihre Schutzschilde rann.

Die Demonstranten zogen schließlich ab. Einige tausend marschierten anschließend zur US-Botschaft. Es hatte ein Gerücht die Runde gemacht, dass der US-Geheimdienst das Idol der Demonstranten, den 2006 gestürzten Regierungschef Thaksin Shinawatra, abgehört hatte. "Ich finde, beiden Seiten haben sich so weit sehr kompetent verhalten", meinte Chalongphob Sussangkarn, ein Direktor des Instituts für Entwicklungsforschung (TDRI). Ob die andauernden Proteste Touristen verschrecken, war unklar. "Ich habe sieben oder acht Anfragen gehabt, aber niemand hat seine Reise storniert", sagte Luzi Matzig vom Touranbieter Asian Trails. "Ein paar Stadtführungen habe ich allerdings gestrichen."

   Seit dem Wochenende demonstrieren in Bangkok zehntausende Thaksin-Anhänger, am Montag hatten sie bei einer Massen-Abnahme Blut gesammelt, um es demonstrativ zu vergießen. Sie verlangen den Rücktritt von Abhisit, weil er nicht vom Volk gewählt worden ist. Die Wahlen 2007 hatten Thaksin-Vertraute gewonnen. Abhisit kam ein Jahr später nach monatelangen Protesten gegen die Regierung durch ein Votum im Parlament an die Macht, nachdem ein Koalitionspartner der vorherigen Regierung den Rücken kehrte. (dpa)



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