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Stadtentwicklung

Grünes Licht für Gerling-Quartier

Von Christian Deppe, 18.03.10, 17:59h, aktualisiert 19.03.10, 11:41h

Der Ratsausschuss für Stadtentwicklung hat einstimmig den Bebauungsplan für das Gerling-Quartier verabschiedet. Entstehen soll ein lebendiges Viertel mit Geschäften, Lokalen, Büros und Wohnungen.

Gerling-Quartier
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So soll sich das Gerling-Quartier nach dem Umbau präsentieren. (Bild: Frankonia)
Gerling-Quartier
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So soll sich das Gerling-Quartier nach dem Umbau präsentieren. (Bild: Frankonia)
Köln - „Es ist ein Juwel, das uns der alte Gerling städtebaulich und architektonisch hinterlassen hat. Und es ist ein Glücksfall, dass wir einen Investor gefunden haben, der das erkannt hat und das Juwel polieren will.“ So wie der FDP-Fraktionschef Ralph Sterck zeigten sich auch die Vertreter von CDU, SPD und Grünen zufrieden mit den Plänen zum Umbau des Gerling-Quartiers. Nach jahrelanger Planung und vielen kontroversen Debatten gab der Ausschuss für Stadtentwicklung dem entsprechenden Bebauungsplan gestern einstimmig grünes Licht.

Die Frankonia Eurobau AG hatte das Areal 2006 von dem Versicherungskonzern erworben, der letztes Jahr in die umgebauten Deutzer Rheinhallen gezogen ist. Auf einer Grundfläche von insgesamt mehr als 46 000 Quadratmetern umfasst der jetzige Gebäudebestand 130 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche - nach dem Umbau sollen es 16 000 Quadratmeter mehr sein. Die Büroinsel im Herzen der Stadt soll sich in ein lebendiges Viertel verwandeln mit Geschäften, Lokalen, Büros sowie 140 Wohnungen mit einer Größe zwischen 70 und 380 Quadratmetern und zu einem Preis von 4500 bis 8000 Euro.

Auch wenn sie die Umnutzung der Versicherungsbauten grundsätzlich begrüßen, stehen die Anwohner den Plänen kritisch gegenüber. Neben der Bürgerinitiative Gereonsviertel warnten auch das Aktionsbündnis Stadtbaukultur und der Förderverein Romanische Kirchen vor allem im Bereich des Gereonsklosters vor einer Nachverdichtung, die nicht im Einklang mit dem Höhenkonzept steht. Es schreibt vor, dass ein Neubau im Wirkungsfeld romanischer Kirchen nicht höher sein darf als deren Traufkante. Ist die Bebauung rund um die Kirche niedriger, soll sie als Richtschnur gelten. Die Traufhöhe von St. Gereon beträgt 20,10 Meter, die des früheren Stadtarchivs am Gereonskloster 16 Meter - die Neubebauung laut Frankonia maximal 20,5 Meter.

Politiker aller großen Parteien wiesen darauf hin, dass das Höhenkonzept Spielraum lasse, in diesem Fall jedoch eingehalten werde, da die Bestandshöhen am Gereonskloster weit auseinander lägen und zu Recht ein Mittelwert als Bezugsgröße diente. Angedrohten Klagen gibt Baudezernent Bernd Streitberger keine Chance, „weil das Höhenkonzept eine Selbstverpflichtung des Rates ist, es aber nicht unmittelbar Rechte gegenüber Dritten entfaltet“.

Christophstraße soll zur Allee werden

Michael Zimmermann (SPD) betonte, dass Frankonia entgegen der Ansicht der Bürgerinitiative bei der Planung außerdem zahlreiche kritische Anregungen berücksichtigt habe. Noch zuletzt hat das Unternehmen rechtsverbindlich erklärt, auf verschiedene Wünsche der Anwohner einzugehen, etwa indem der Durchgang zwischen Archivbau und nördlichem Neubau von 3,75 auf 5 Meter verbreitert und das Staffelgeschoss auf dem Neubau um 2,70 zurückgenommen wird. Derlei Entgegenkommen hatte insbesondere bei der CDU auch die Kritiker aus der Bezirksvertretung Innenstadt am Ende besänftigt, wie Fraktionsvize Karl Jürgen Klipper deutlich machte.

Barbara Moritz, Fraktionschefin der Grünen, regte an, bei den Ersatzpflanzungen auch die Christophstraße ins Auge zu fassen, die sie gerne als Allee sehen würde. Zu ihrer eigenen Überraschung erhielt sie dafür ausdrücklichen Beifall von Sterck, der den Straßenzug bis zur Industrie- und Handelskammer als „überdimensioniert“ bezeichnete und zum Umbau empfahl. Entsprechende Pläne, sagte Streitberger, befänden sich bei ihm schon in der Schublade.

Frankonia-Projektleiter Benno Maubach, der das Gerling-Quartier derzeit auf der Immobilienmesse in Cannes vorstellt, zeigte sich erfreut über die Ausschuss-Entscheidung, die der Rat am Dienstag bestätigen soll. Der Umbau werde beginnen, sobald die Baugenehmigung vorliegt.



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