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1. FC Köln

„Ein Schlag ins Gesicht“

Von Kerstin von Kalckreuth, 18.03.10, 20:31h, aktualisiert 19.03.10, 16:58h

Die Leistungen der Spieler des 1. FC Köln schwanken. Spitzenleistung und Enttäuschung wechseln sich ab. Am Freitagabend soll gegen Borussia Mönchengladbach im eigenen Stadion ein Zeichen gesetzt werden.

Trainer Zvonimir Soldo
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Hat sich zur Aufgabe gemacht, den 1. FC Köln aus der Krise zu lotsen: Trainer Zvonimir Soldo. (Bild: dpa)
Trainer Zvonimir Soldo
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Hat sich zur Aufgabe gemacht, den 1. FC Köln aus der Krise zu lotsen: Trainer Zvonimir Soldo. (Bild: dpa)
KÖLN - Zvonimir Soldo hat schon viele eher unangenehme Wochen erlebt, seitdem er im vergangenen Sommer als Trainer des 1. FC Köln anheuerte. Die jüngste gehört mit Sicherheit dazu. „Es ist viel passiert und ich habe mir viele Gedanken gemacht“, seufzt der 41-Jährige. Am 19. März 2010 steht das Derby gegen Borussia Mönchengladbach an. Es ist das 76. Bundesliga-Duell der beiden Traditionsvereine und es wurde im Vorfeld schon spöttisch als „Krisenduell“ bezeichnet. Die Gladbacher haben zuletzt zwei Mal verloren, liegen mit 30 Punkten aber immer noch drei Zähler vor den Geißböcken. Deren desolater Auftritt beim 0:1 in Mainz hat Trainer Soldo als „Schlag ins Gesicht“ empfunden. „Kann die Mannschaft kein Lob vertragen? Ist sie zu schnell zufrieden?“ Es sind eher rhetorische Fragen, die der 41-Jährige stellt: „Das darf nicht unsere Einstellung sein!“

Soldo - vor gar nicht allzu langer Zeit noch selbst ein Musterprofi im Bundesliga-Geschäft - kann nicht begreifen, warum die Leistungen seiner Spieler so dermaßen schwanken: „Wir können nicht nur gegen die Spitzenteams voll motiviert auftreten. Mannschaften wie Mainz sind unser Maßstab. Da müssen wir so spielen wie gegen die Bayern oder in Leverkusen.“

Soldo hat in dieser Woche einige Gespräche geführt. Gerne auch unter vier Augen, denn die Suche nach dem Maulwurf, der am Sonntag zum wiederholten Male Interna aus der Mannschaftssitzung verraten hatte, dauert an. „Ich habe schon den Eindruck, dass die Mannschaft von ihrem Versagen in Mainz betroffen ist“, sagt der Trainer. Wütende Fans hatten in den vergangenen Tagen gefordert, dass Soldo ein Zeichen setzen und Profis wie Maniche, die regelmäßig unter ihren Möglichkeiten bleiben, aus der Mannschaft werfen solle. „Wenn es nach dem letzten Spiel geht, dann müsste ich zehn Profis austauschen“, sagt der Kroate mit einem bitteren Lächeln, „aber ich mache mir natürlich schon Gedanken in diese Richtung. Ich werde eine Mannschaft auf den Platz schicken, von der ich sicher bin, dass sie gegen Gladbach ein Zeichen setzen kann.“

Der Trainer will eine Mischung aus Qualität und Einstellung. „Wenn es nur nach der Einstellung ginge, könnte ja sogar ich spielen“, sagt er. Auch Manager Michael Meier verspricht umgehend, sich bereitzuhalten. „Aber wir brauchen eben auch Qualität“, schmunzelt Soldo. Wahrscheinlich ist, dass mit Petit der einzige Gewinner des vergangenen Wochenendes unter den Feldspielern in die Mannschaft zurückkehrt. Er war wegen einer Gelb-Sperre in Mainz nicht dabei. Offen lässt der Trainer, ob er Maniche eine weitere Chance gewährt. Der 32-Jährige hatte sich zuletzt böse Sprüche von den Kiebitzen am Geißbockheim anhören müssen. Akute Lustlosigkeit wird ihm vorgeworfen. „Im Training hatte ich nicht den Eindruck, dass er keine Lust hat“, sagt Soldo. Schon wird spekuliert, ob Maniche den Verein im Sommer verlässt. „Das ist jetzt kein Thema“, wehrt Manager Meier ab. Zumal der Portugiese noch einen Vertrag bis 2011 hat.

Ob mit oder ohne Maniche, eins stimmt Zvonimir Soldo vor dem Derby optimistisch: „Diese Mannschaft hat immer eine gute Reaktion gezeigt, wenn sie unter Druck stand.“ Und das tut sie - mal wieder.



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