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Islamkonferenz

Laschet appelliert an Verbände

Erstellt 19.03.10, 10:20h

Der NRW-Integrationsminister bittet die vier großen muslimischen Verbände, in der 2006 gegründete Islamkonferenz zu bleiben. Hintergrund ist der Streit um den Ausschluss des „Islamrats“, da gegen deren Mitgliedsorganisation Milli Görüs ermittelt wird.

Islamkonferenz Köln
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Die Vorsitzenden der Muslimverbände um Koordinierungsrat-Sprecher Bekir Alboga (5. v. l.) tagen in Köln. (Bild: dpa)
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Die Vorsitzenden der Muslimverbände um Koordinierungsrat-Sprecher Bekir Alboga (5. v. l.) tagen in Köln. (Bild: dpa)
BERLIN - Der nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet (CDU) hat die vier großen muslimischen Verbände aufgefordert, an der Islamkonferenz teilzunehmen. Er sagte am Freitag im Deutschlandfunk, sie sollten die Chance nutzen, den Dialog zu beginnen. "Ich bin zuversichtlich, dass die Verbände in den nächsten Tagen zu einer positiven Entscheidung kommen. Ein Boykott würde den Muslimen schaden, und das ist den Verbänden auch bewusst."

Laschet verteidigte die Entscheidung von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), den Islamrat von der Konferenz auszuschließen. "Wenn eine Organisation strafrechtliche Ermittlungen gegen sich laufen hat, dann ist es nur folgerichtig, dass die Mitgliedschaft ruht, bis die Vorwürfe geklärt sind", sagte der Landesminister. Derzeit laufen strafrechtliche Ermittlungen gegen Milli Görüs, die größte Gruppe im Islamrat, unter anderem wegen des Verdachts der Geldwäsche und der Bildung einer kriminellen Vereinigung.

Die muslimischen Verbände hatten am Donnerstagabend ihre Entscheidung über eine weitere Teilnahme an der Islamkonferenz erneut verschoben. Die Türkisch-Islamische Union Ditib habe die in Köln geplanten Gespräche überraschend und kurzfristig abgesagt, sagte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Ayyub Axel Köhler, der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Der Zentralrat der Muslime, die Ditib, der Verein der Islamischen Kulturzentren und der Islamrat wollten bereits letzte Woche entscheiden, ob sie die vom Bundesinnenministerium 2006 ins Leben gerufene Konferenz verlassen oder aber weiterhin daran teilnehmen. Sie kritisieren die Inhalte und Zusammensetzung der Konferenz wie auch die Umsetzung des bislang Beschlossenen.

Nach der Entscheidung von Bundesinnenminister Thomas de Maizière, den Islamrat vorerst nicht mitreden zu lassen, denken die übrigen Organisationen laut über einen Ausstieg nach. Schon am vergangenen Freitag hatten die Verbände eine Entscheidung über ihr weiteres Vorgehen vertagt. Beobachter gehen davon aus, dass es unter den vier Organisationen deutliche Unstimmigkeiten gibt. (dpa, kr)



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