Erstellt 19.03.10, 15:24h, aktualisiert 19.03.10, 15:37h
Auf mehr als 60 Kilometern entsteht beim "Still-Leben Ruhrschnellweg" dann die "längste Tafel der Welt". In Fahrtrichtung Duisburg präsentieren Bürger von 11 bis 17 Uhr ihre kreativen Ideen zum Thema Alltagskultur. 7010 Tickets wurden bereits in zwei Anmelderunden verlost. Das Interesse sei riesig gewesen, teilte die Agentur TAS am Freitag mit. Insgesamt hätten sich 12.000 Gruppen um einen Tisch beworben - fast 5000 mehr als zur Verfügung standen. Knapp 4000 weitere Karten gehen ab Mitte Mai in den freien Verkauf.
Einer der Glücklichen, der einen Platz ergattern konnte, ist Tim Bäcker. Gemeinsam mit anderen Studenten aus dem Revier steht er mit seiner Gruppe im Juli an der Ausfahrt Mülheim-Heissen. Bei ihrem Beitrag "Ruhrpottcalling" wollen sie das Ruhrgebiet in Diashow und Dichtung künstlerisch präsentieren. Bäcker ist von der Idee des Kulturhauptstadt-Projektes begeistert. "Ich fahr jeden Tag die A 40 rauf und runter und finde das spannend, sie nun mal aus einer anderen Perspektive zu sehen", sagt der Mülheimer.
Bosporus-Leckereien und Asphalt-Samba
Auch die Gruppe "BospoRuhrUs" hat einen guten Platz in der Lostrommel erwischt. Der deutsch-türkisch-griechische Freundeskreis präsentiert kulinarische Köstlichkeiten aus dem Revier und der Türkei. "Wir wollen einfach ein bisschen auf der Autobahn bei hoffentlich schönem Wetter zusammensitzen", sagt Gruppenmitglied Norbert Henze. Zur Vorbereitung haben die Freunde etwas Besonderes vor: Sie fliegen im April nach Istanbul, um die andere große Kulturhauptstadt zu entdecken.
Internationales Flair will auch die Gruppe "Balanção" an ihrem Tisch verbreiten. Unter dem Motto "Rio meets Ruhrpott" zeigt die Samba- und Perkussiongruppe Rhythmen vom Zuckerhut und aus der Karibik. Das Stück "Asfalto" haben sie extra für "Still-Leben Ruhrschnellweg" geschrieben, sagt Mitglied Klaus Richter. "Damit zeigen wir, wie heiße Rhythmen und Asphalt zusammenpassen."
Während sich die Gruppen auf der A 40 in Fahrtrichtung Duisburg kreativ austoben, können auf der Gegenfahrbahn alle die Chance nutzen einmal richtig Gas zu geben. Natürlich nur mit Fahrrad, Inlinern und Co. - nicht mit dem Auto, versteht sich. (dpa)
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22. April 2012,
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