Schriftgröße

1. FC Köln

Gefährliche Stimmungslage

Von Kerstin von Kalckreuth, 19.03.10, 22:31h, aktualisiert 21.03.10, 22:23h

Mit einem 1:1 trennen sich der 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach. Zwischendurch fordern die Fans den Rauswurf von Zvonimir Soldo und pfeifen gegen Pierre Womé. Manager Michael Meier aber verteidigt seine Mannschaft.

Milivoje Novakovic
Bild vergrößern
Zweikampf zwischen dem Gladbacher Torwart Logan Bailly und dem Kölner Milivoje Novakovic (Bild: dpa)
Milivoje Novakovic
Bild verkleinern
Zweikampf zwischen dem Gladbacher Torwart Logan Bailly und dem Kölner Milivoje Novakovic (Bild: dpa)
KÖLN. Fabrice Ehret schüttelte den Kopf. Immer wieder. So als ob er nicht glauben könne, was da gerade im Rheinenergie-Stadion vor sich geht. Der Profi des 1. FC Köln war zuvor hektisch von Co-Trainer Michael Henke herangewunken worden und machte sich nun für seine Einwechselung bereit. Das 76. Rhein-Derby gegen Borussia Mönchengladbach war zu diesem Zeitpunkt 74 Minuten alt, der FC lag 0:1 zurück und hatte mit einer bis dato mäßigen Vorstellung die Fans dermaßen enttäuscht, dass diese lautstark den Rauswurf des Trainers Zvonimir Soldo forderten und Abwehrmann Pierre Womé gnadenlos auspfiffen.

Manager Meier verteidigt seine Mannschaft

Warum der Zorn der rot-weißen Massen ausgerechnet Womé traf, war eine von vielen offenen Fragen, mit denen sich Manager Michael Meier noch in der Nacht zu Samstag auseinandersetzen musste. Der Kameruner hatte keine Top-Leistung abgeliefert, gehörte aber auch keineswegs zu den schwächsten Geißböcken an diesem Freitagabend. „Er hat Präsenz gezeigt und versucht, Pässe in die Tiefe zu spielen. Das war bei diesem Spiel nicht einfach. Ich musste ihn schützen“, erklärte Soldo. Der Kroate betonte allerdings explizit, dass er die Auswechslung eh geplant hatte, „um die Offensive zu stärken“.

Pierre Womé gelang das Wunder, trotz der demoralisierenden Pfiffe noch zwei herrliche Diagonalpässe zu spielen und einen Torschuss abzugeben. Dann durfte Ehret ran. Nur vier Minuten später verhinderte ausgerechnet der schon als „Söldner“ verhöhnte Maniche mit einem tollen Schuss zum 1:1-Endstand (79.), dass der Abend in einer Katastrophe für Soldo & Co. mündete. Die Profis verzichteten nach dem Spiel trotzdem auf den Gang vor die Südtribüne, um sich bei den Zuschauern zu bedanken. Und die Fans waren tatsächlich nur teilweise versöhnt. Zu schwach sind die Vorstellungen der Kölner in dieser Bundesligasaison im eigenen Stadion. Zudem wartet Soldos Mannschaft nun seit sieben Spielen auf einen Sieg und ist wieder mittendrin im Abstiegskampf. Einige Zuschauer haben offensichtlich ernsthafte Zweifel, ob die Klasse mit Soldo gehalten werden kann. „Die Rufe haben mich nicht gestört, ich habe mich auf das Spiel konzentriert“, sagte der Trainer. „Wir haben mit dem Ausgleich die richtige Antwort gegeben“, sprang Lukas Podolski seinem Coach bei. Dass in so einer Situation dessen Rauswurf von den Fans gefordert wird, hält Meier für „normal“. Weitaus tiefer getroffen war der Manager von den Pfiffen gegen Womé. „Das finde ich traurig und man muss nicht alles hinnehmen. Die Pfiffe gegen die Mannschaft gehen in Ordnung, aber dass sich die Fans einen herausgreifen, finde ich nicht okay. Das habe ich in dieser Form noch nicht erlebt“, polterte Meier: „Daran, dass Pierre in so einer Situation die Ruhe bewahrt hat, sieht man, dass er ein guter Profi ist.“

Seit Tagen verteidigt Meier vehement die Spieler jener Mannschaft, für deren Zusammensetzung er verantwortlich zeichnet. Der Manager macht dabei einen feinen Unterschied zwischen „Mentalität“ und „Charakter“: „Dass eine Mannschaft relativ schnell zufrieden ist, ist eine Mentalitätssache. Aber keiner der Spieler, die gegen Gladbach auf dem Platz standen, hat einen schlechten Charakter.“

Nur können viele der kölschen Charakterköpfe besser spielen, als sie es am Freitag getan haben. „Wir müssen den Kampfgeist noch mehr ins Spiel bringen“, sagte Stürmer Sebastian Freis mit Blick auf das nächste bedeutsame Duell im Abstiegskampf am Samstag in Hannover. Dort müssen die Kölner auf den nach seiner fünften Gelben Karte gesperrten Innenverteidiger Pedro Geromel verzichten.



Die Kölnische Rundschau im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Rundschau zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Newsticker


Anzeige


Bundesliga Liveticker



Rundschau-Service


Lokalsport


Handball exklusiv


Extra


Rundschau-Forum


Rundschau-Aktion


Rundschau-Serie


Bildergalerien


Videonews Sport


Handball Liveticker

Mannschaft
Tore
Pkt
1
Kiel
603:443
38:0
2
Berlin
561:493
31:7
3
Hamburg
585:505
30:8
4
Flensburg
579:521
28:10
5
R-N Löwen
587:527
27:11
6
Magdeb.
569:534
24:14
7
Lemgo
549:549
22:16
8
Lübbecke
542:543
19:19
9
Göppingen
504:517
16:22
10
Wetzlar
512:529
16:22
11
Melsungen
539:557
16:22
12
G'wallstadt
501:527
15:23
13
Balingen/W.
473:526
15:23
14
Hannover
564:596
14:24
15
Berg. HC
549:593
12:26
16
VfL Gumm.
548:624
10:28
17
Hüttenberg
488:578
7:31
18
Hildesheim
498:589
2:36

Top-Links (Anzeige)


Extra


Dienste