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Grüne stimmen für Sanierung

Kölner Schauspielhaus wird saniert

Von Hartmut Wilmes, 13.04.10, 15:16h, aktualisiert 13.04.10, 21:31h

Es wird vorerst keinen Neubau des Schauspielhauses geben. Die Grünen haben noch vor der Ratssitzung bekanntgegeben, dass sie den Plänen zur Sanierung zustimmen wollen. Damit wird es nicht zum Bürgerentscheid am 11. Juli kommen.

Schauspielhaus (Bild: Schmülge
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Erst einmal kein Neubau: Das Schauspielhaus wird saniert werden. (Bild: Schmülgen)
Schauspielhaus (Bild: Schmülge
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Erst einmal kein Neubau: Das Schauspielhaus wird saniert werden. (Bild: Schmülgen)
KÖLN. Um 18.50 Uhr brandete Jubel über die Ratstribüne, wo auch Karin Beier die schon knapp dreieinhalbstündige Sitzung verfolgte. In diesem Moment waren CDU, Linke, pro Köln und die bis zuletzt ums Votum ringenden Grünen dem Bürgerbegehren beigetreten, hatten so mit klarer Mehrheit für die Schauspielsanierung entschieden und den Bürgerentscheid im Juli überflüssig gemacht. „Eigentlich schade, dass wir nun nie erfahren werden, was Kölns Bürger in dieser Sache mehrheitlich denken“, meint Ralph Sterck.

Dessen FDP hatte wie die Sozialdemokraten und Oberbürgermeister Jürgen Roters für den Bürgerentscheid votiert. SPD-Fraktionschef Martin Börschel: „Der Souverän möchte das Heft des Handelns in die Hand nehmen.“ Nur so hätte man weiterhin „zwei Eisen im Feuer“ und könne für Neubau wie Sanierung ohne eine zu frühe Festlegung rechtzeitig drängende Fragen klären.

Auch Roters war (nach seiner sibyllinischen Erklärung vom Sonntag) noch einmal für den Neubau in die Arena gestiegen: „Das Centre Pompidou, die Pyramide im Louvre oder die neue Pariser Oper wurden anfangs auch mit Skepsis aufgenommen“, beschwor er das städtebauliche Potenzial der JSWD-Pläne. Wer jetzt für Sanierung stimme, nehme „Risiken in Kauf, die deutlich höher sind als die der Neubauvariante“. Zudem gebe es „keine Garantie, dass die Sanierungskosten uns letztlich nicht davonlaufen“. Auch Volker Görzel (FDP) trauerte der gemeinsamen Strahlkraft von alter Riphahn-Oper und Neubau nach, und erinnerte an Sanierungen (Stadttheater Kassel), die ebenfalls den Kostenrahmen sprengten.

Die CDU hielt dann in der Rede des stellvertretenden Fraktionschefs Karl-Jürgen Klipper Scherbengericht über den OB: Der sei „vom 1. Januar bis zum 11. April 2010 als Leitfigur des Verfahrens abgetaucht“, trage mit seiner abgespeckten Neubau-Vorlage selbst die Schuld an deren Scheitern und habe auch im Streit der Intendanten „fehlende Führungskraft“ bewiesen.

Grünen-Fraktionschefin Barbara Moritz erinnerte daran, dass auch sie im Preisgericht für den Neubau gestimmt habe. Dann habe sie der Schlag getroffen, „als ich am 7. Juli auf der Fahrt in den Urlaub von Rundschau-Lokalchef Stefan Sommer erfuhr, dass der Kostendeckel um 134,9 Millionen Euro überschritten wurde“.

Inzwischen glaube sie „auch persönlich“, dass den Bühnen im reduzierten Raumprogramm einer Sanierungsvariante ebenso wirksam geholfen werden könne. „Unsere Fraktion, die vorher gespalten war, hat jetzt mit großer Mehrheit entschieden, dem Bürgerbegehren beizutreten.“

Diesen Sieg nach der ersten Runde sah „Mut zu Kultur“-Sprecher Jörg Jung als Zeichen dafür, „dass Bürger, Politik und Verwaltung zusammenwachsen“. Zuvor hatten auch seine Mitstreiter Ruba Salim und Thomas Luczak Rederecht. Salim erinnerte sich ans Stimmensammeln in der Kälte, Luczak gestand der Verwaltung zu, „uns zuerst mit Haifischlächeln, dann aber auf Augenhöhe und freundlich“ begegnet zu sein.

Für die Linke bedankte sich Jörg Detjen für das bahnbrechende Engagement von Karin Beier, die bekanntlich erstmals in ihrem Rundschau-Interview vom 12. August 2009 mit der Sanierung geflirtet hatte. CDU und Grüne sorgten mit Änderungsanträgen dafür, dass Bühnen wie Verwaltung sofort eine Menge Hausaufgaben erledigen müssen: Die Bühnen sollen Vorschläge zu einer „umfangreichen Sanierung von Oper und Schauspiel“ samt Kostenkalkulation vorlegen und „schnellstmöglich“ die JSWD-Vorschläge zur Opernsanierung umsetzen. Außerdem soll ein „Runder Tisch“ mit Verwaltung, Intendanten, Vertretern des Bürgerbegehrens und anderen gebildet werden.

Für eine Machbarkeitsstudie zu den Sanierungsvorschlägen (wobei auch die des Bürgerbegehrens und von Karin Beier geprüft werden sollen) werden 1,3 Millionen Euro freigegeben.



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