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Kölner Zoo

Tier-Drama um Josef und Vicky

Von Daniel Taab, 05.04.10, 21:10h

Tier-Drama an Karfreitag im Kölner Zoo: Zwei südamerikanische Kamele sind an einer Vergiftung gestorben. Ein drittes Tier schwebt noch in Lebensgefahr. Ob es die Vergiftung übersteht, ist noch unklar.

Köln - Besucher hatten die Alpakas möglicherweise mit Osterglocken oder anderen giftigen Pflanzen gefüttert. Die genaue Todesursache soll eine Untersuchung im Veterinäramt in Krefeld klären.

Gegen 17.30 Uhr am Freitagabend hatten insgesamt sechs Alpakas plötzlich Schaum vor dem Mund, übergaben sich oder torkelten regelrecht in ihrem Gehege. „Die Tiere zeigten deutliche Symptome einer Vergiftung“, sagte Zoo-Chef Theo Pagel.

Die Leitung des Zoos geht davon aus, dass Besucher den Tieren etwas zum Essen gegeben haben, obwohl deutlich an dem Gehege steht: „Füttern verboten“. 15 Minuten vor dem aufgetretenen Symptomen sei es den Tieren noch gut gegangen. „Da war der Pfleger noch im Gehege gewesen“, so Pagel. Dass die Kamele giftige Pflanzen bekommen haben, steht außer Frage. „Doch mehr wissen wir im Moment noch nicht. Wir warten auf die Ergebnisse der Obduktion“, betonte Pagel. Sollten es Osterglocken gewesen sein, die Leittier Josef (15) und die möglicherweise trächtige Stute Vicky (14) und die weiteren vier Tiere zu fressen bekommen haben, „muss es ein großer Strauß gewesen sein“, so Pagel. Die Besucher hätten die Blumen dann vermutlich von einer Grünfläche geholt, die allerdings mehrere Meter von dem Gehege entfernt ist. Die Osterglocken seien für die südamerikanischen Kamele absolut unverträglich und könnten für die Tiere nach dem Verzehr auch tödlich wirken, wie am Karfreitag deutlich geworden sei.

Ein ähnliches Drama habe es vor einigen Jahren gegeben, als ein Papagei ums Leben kam. „Dem Vogel wurden Gummibärchen zum Essen gegeben“, erinnert sich Pagel. Auch andere unpassende Nahrungsmittel hätten Pfleger schon in den Gehegen gefunden. Wenn der Tod der beiden Alpakas auch nur ansatzweise etwas Gutes habe, dann nur um den Gästen des Zoos nochmals deutlich zu machen: „Tiere nicht füttern!“

Eine Anzeige gegen unbekannt gibt es nicht. Am Karfreitag waren 10.000 Besucher im Zoo - und ein Schuldiger ist schwer auszumachen.



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