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Vorwürfe gegen Ex-Projektleiterin

Erstellt 13.04.10, 07:18h, aktualisiert 13.04.10, 12:12h

Im Zusammenhang mit dem Finanzskandal um das World Conference Center Bonn sind Vorwürfe gegen die ehemalige Projektleiterin der Stadt laut geworden. Laut Presseberichten soll der Deal ohne Ausschreibung zustande gekommen sein.

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Blick aufs Kongressgelände WCCB. (Foto: Homey)
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Blick aufs Kongressgelände WCCB. (Foto: Homey)
Bonn - BONN. Der „Spiegel“ berichtete gestern in seiner Printausgabe, die Beamtin solle darauf hingewirkt haben, dass ein Düsseldorfer Rechtsanwalt engagiert worden sei, der für die Stadt den Investor für das Konferenzzentrum suchen solle. Laut „Spiegel“ soll der Deal ohne Ausschreibung zustande gekommen sein, Liegenschaftsamt und Rechnungsprüfungsamt hätten Bedenken geäußert, die aber beiseite geschoben worden sein sollen.

Eben jener Berater verhandelte im Auftrag der Stadt nach dem Bericht des Nachrichtenmagazins im Jahre 2004 zunächst mit einer ersten Investorengruppe, verwarf sie aber und fädelte dann das Geschäft mit dem Investor SMI Hyundai Corporation ein. Bereits da habe der Anwalt im Dienste des amerikanisch-koreanischen Unternehmens gestanden. Die Projektleiterin soll damals die nicht zum Zuge gekommenen Investoren aufgefordert haben, die Rechnung des Beraters an die Stadt zu übernehmen. Später wechselte der Jurist - mit dem Wissen der Stadt, wie er behauptet haben soll - offiziell zu SMI, und wurde danach einer der Geschäftsführer der WCCB-Management GmbH

Nachdem die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen ihn und weitere Geschäftsführer von am Bau beteiligen Firmen wegen des Verdachts der Bestechlichkeit, des Betruges und der Untreue eingeleitet und ihn verhaftet hatte, zog er sich aus der WCCB Management GmbH zurück.

Weiterer Vorwurf laut „Spiegel“: Als es starke Zweifel an der Zahlungsfähigkeit von SMI gab und die Sparkasse Köln Bonn im April 2008 nachfragte, ob die Stadt für Kredite an SMI bürge, soll die Projektleiterin zugestimmt haben; sie habe die damalige Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann darüber informiert, zitiert das Blatt aus einem internen Vermerk.

Die Stadtverwaltung wollte auf Anfrage „mit Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen“ zu dem Vorgang keine Erklärung abgeben. Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch hatte in der vergangenen Woche in einem Interview mit dem WDR gesagt, möglicherweise sei der Steuerungsprozess in dem WCCB-Projekt „eine Nummer zu groß“ gewesen. Er habe aber noch Vertrauen in seine Leute. Auch Oberstaatsanwalt Fred Apostel, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Bonn, hüllte sich in Schweigen. Nils Kassebohm, der Rechtsanwalt der Beschuldigten, sagte, seine Mandantin habe „das Projekt WCCB mit ordentlicher Arbeit zum Erfolg führen“ wollen. Er bereite eine detaillierte Stellungnahme für die Staatsananwaltschaft vor. (dbr)



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