Erstellt 13.04.10, 21:33h
Denn sie hatte sich für den Erhalt des Riphahn-Gebäudes stark gemacht und auch einen eigenen Sanierungs-Vorschlag eingebracht. „Gratulation an den Kölner Stadtrat, der die Kraft und den Mut gefunden hat, das Heft des Handelns wieder in die Hand zu nehmen. Die Politik hat an diesem Beispiel gezeigt, dass sie willens und in der Lage ist, die Zukunft dieser Stadt aktiv und sinnvoll zu gestalten! Ich sehe jetzt, dass ich nicht allein auf das Interesse der Bürger, sondern auch auf den Gestaltungswillen der Politiker bauen kann - da macht es wieder Spaß, hier zu arbeiten“, so die Theatermacherin.
Neben der Notwendigkeit, „einen zukunftsfähigen, effektiven Theaterbetrieb zu schaffen“, sieht sie jetzt zwei Ziele, die vorrangig das Handeln bestimmen müssen: „Erstens das Ziel, die Kosten der Gesamtmaßnahme in eine vernünftige Dimension zu bringen, und zweitens das Ziel, die Interimszeit so kurz wie möglich zu halten“. Eine Sanierung eröffne die Möglichkeit, Bauzeiten zu verkürzen beziehungsweise phasenweise anzuordnen.
„Diese Chance sollten wir nutzen. Es kommt auf die konstruktive Energie all jener an, die sich jetzt am Runden Tisch versammeln. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit beider Sparten ist dabei Voraussetzung für zügige und gute Entscheidungen. Jetzt heißt es für alle: Friedenspfeife rauchen und ran an die Arbeit!“, sagte Beier.
Das Angebot zur Versöhnung richtet sich wohl auch an den Opernintendanten, mit dem Beier während des Informationstages im Rathaus heftig aneinandergeraten war. Uwe Eric Laufenberg, der mit Vehemenz für einen Neubau des Schauspielhauses plädiert hatte, hielt sich gestern allerdings bedeckt. Laufenberg, der zur Zeit den „Rosenkavalier“ in Barcelona probt, wollte keine Stellungnahme abgeben, sondern die weitere Entwicklung im Sanierungsprozess abwarten. Allerdings hatte der Intendant vor der Entscheidung hinlänglich seine Befürchtung geäußert, er sehe im Fall einer Sanierung schwerwiegende künstlerische Nachteile auf die Kölner Oper zukommen.
Diplomatisch äußerte sich Generalmusikdirektor Markus Stenz: „Ich habe die im Dezember getroffene Entscheidung für den Neubau des Schauspiels unterstützt. Gleichwohl respektiere ich die heutige Wendung und den Prozess der Meinungsbildung, der ihr vorausgegangen ist“, so der Dirigent. Ihm sei wichtig, „dass der neu eingeschlagene Weg alle bisher formulierten Bedürfnisse der Oper und des Orchesters berücksichtigt und sich insbesondere der Interimszeitraum nicht verlängert“. (AS)
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22. April 2012,
E-Werk Köln