Erstellt 20.04.10, 07:00h
Mit Ortscheit und Rückezange oder auch der altbewährten „Marianne“, einer Achse, an der liegende Baumstämme angehoben wurden, ziehen sie schwere Rundholzstämme aus dem Wald.
Museumshexe braut Zaubertrank
Der Pferdeeinsatz ist nur einer von vielen Programmpunkten der Veranstaltung „Rückepferde und Unimogs“, die vom WaldPädagogikZentrum Eifel des Landesbetriebs Wald und Holz NRW im Freilichtmuseum organisiert wird. Waldarbeiten im Vergleich „früher - heute“ werden in allen Facetten gezeigt.
So legen Waldarbeiter unter Aufsicht des Oberförsters mit der Axt den Fallkerb an einer mächtigen Eiche an, um sie anschließend mit der historischen Drumsäge, einer großen Zweimann-Handsäge, zu fällen. Zu sehen sind aber auch historische Traktoren mit Seilwinde und Holztransporter, die das Holz mit einfacher Technik aus dem Wald ziehen und zur Sägemühle in der Baugruppe Eifel bringen. Dort werden Zimmerleute die Stämme mit Wasserkraft zu Brettern verarbeiten.
Auf der Wiese in der Museumsbaugruppe Niederrhein werden ein Horizontalgatter und eine riesige Bandsäge, angetrieben mit der Riemenscheibe eines 45er Lanz-Bulldogs, Baumstämme zu handlichen Brettern und Balken sägen. Die Herstellung von Brennholz mit Hilfe der Spaltaxt wird ebenso gezeigt wie der Einsatz der modernen Spaltmaschine. Die Entwicklung der Waldarbeitskleidung vom Blaumann zur Sicherheitskleidung nach moderner Unfallverhütung ist zu sehen.
Zum Anheizen der Backöfen verwandte man früher so genannte Schanzen, die nach alter Tradition mit Weidenruten gebunden wurden. Die Korbflechterin des Museums zeigt die alte Technik.
Am Sonntag, 25. April, wird ab 15 Uhr die Erste Rheinische Holzhauer-Meisterschaft ausgetragen. Hier können sich Waldkundige in einem fairen Wettbewerb an der Säge messen. Den Siegern winken Sachpreise. Betreut wird der Wettbewerb von Senior-Förstern aus der guten alten Zeit der Forstverwaltung.
Für die Kinder gibt es Reitspaß auf dem Rücken von Kaltblutpferden. Natürlich gibt es für Hungrige leckere Holzfällersteaks, gegrillt mit Kommerner Buchenholzkohle.
Das Waldarbeits-Wochenende „Rückepferde und Unimogs“ ist Teil des umfangreichen Umweltbildungsangebotes des WaldPädagogikZentrums Eifel.
Am 29. April, kurz vor der Walpurgisnacht, brauen Kinder mit der Museumshexe Eulalia einen Zaubertrank aus Wildkräutern und basteln Besen aus Birkenreisern. Mit diesen Hexenbesen lassen sich sowohl grobes Pflaster fegen als auch einfache Rundflüge der kleinen Museumshexen durchführen.
Naturerlebnisspiele für Kinder stehen ebenso auf dem Programm wie das Thema „Wie baue ich einen Flitzebogen?“ Die Variante für Fortgeschrittene bietet das Seminarwochenende zur Herstellung historischer Langbögen am 29. und 30. Mai: Hier können erwachsene Teilnehmer einen Sportbogen selbst herstellen und mit den dazugehörigen Pfeilen testen.
Kindheitserinnerungen wird der Workshop zum Floß- und Bötchenbau wecken. Gruselgeschichten in der Abenddämmerung gibt es für Kinder und Junggebliebene auf der Nachtwanderung mit Waldgeistern. Auch den Kindergeburtstag der besonderen Art bietet das WaldPädagogikZentrum Eifel an.
Beim Besuch im Abenteuerwald oder der Schatzsuche im Hexenwald gehen die Teilnehmer mit Seilsicherung in die Wipfel von knorrigen Eichen bei dem Projekt „Von Baum zu Baum in den Tiefen des Museumswaldes“.
Ein besonderes Highlight in der Winterzeit ist die Kutschfahrt mit dem Förster zum „Mondholz“ sowie verschiedenen Winterbräuchen. In den Ferien des Landes Nordrhein-Westfalen wird ein zweiwöchiger Waldkindergarten für Drei- bis Siebenjährige angeboten. Ganzjährig trifft sich die Waldspielgruppe in einem dafür bereitgestellten Teil des Museumswaldes.
Das ausführliche Programm steht im Flyer „Mitmachen und Erleben 2010“, den das LVR-Freilichtmuseum Kommern auf Wunsch gerne zusendet. (bz/eb)
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