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Dorf-Gaststätte „Watteler“

Mit 1160 PS Museumsberg hinauf

Von Manfred Hilgers und Bernd Zimmermann, 21.04.10, 07:00h

Der Transport der Dorf-Gaststätte „Watteler“ geht weiter. Abends setzte sich der von Fotografen, Kamerateams und Polizeibeamten eskortierte Schwertransport in Bewegung. In Eschweiler gab es noch einen sentimentalen Abschied.

Kneipentransport
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Der Baukran kam mit Verspätung und brauchte zwei Stunden, bis er einsatzbereit war.(Bild: Hilgers)
Kneipentransport
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Der Baukran kam mit Verspätung und brauchte zwei Stunden, bis er einsatzbereit war.(Bild: Hilgers)
Kommern - Gründlich verschätzt haben sich die Experten des LVR-Freilichtmuseums beim Gewicht des Toilettentrakts der Gaststätte „Watteler“, deren zwei Teile am Montagabend von einem 260 Tonnen schweren Kran auf zwei Tieflader gehoben wurden: Das auf 120 Tonnen Gewicht geschätzte Teil der Dorfgaststätte aus Eschweiler über Feld entpuppte sich - gemessen an der Schätzung - als „relatives Leichtgewicht“. Denn es wog laut Anzeige des Schwerlastkrans „nur“ 87 Tonnen. Das machte den Fachleuten unter Leitung von Jochen Wild aus Memmingen (Baden-Württemberg), die die Gebäudeteile ins Freilichtmuseum Kommern bringen wollten, den Job wesentlich einfacher. Mit lachendem und weinendem Auge

Abends gegen 22.15 Uhr setzte sich der von Fotografen, Kamerateams und Polizeibeamten eskortierte Schwertransport in Bewegung und rollte durch Lüxheim und Eggersheim, dann an Zülpich vorbei und durch Sinzenich hindurch bis zum Parkplatz am Mühlenpark-Imbiss an der B 266. In Eschweiler hatte sich die ehemalige Gastwirtin Gerti Vermaasen noch „von ihrem Gasthaus“ verabschiedet. „Mit einem weinenden und einem lachenden Auge“, erzählte ein Beobachter.

Museumsleiter Dr. Josef Mangold und Gebäude-Historiker Dr. Carsten Vorwig zollten den Fachleuten der Transportunternehmen hohes Lob. Selbst in kniffligen Passagen habe es keinerlei Probleme gegeben. An manchen Engpässen hätten die Transporteure einfach nur die Verkehrsschilder um 90 Grad gedreht, so dass der überbreite Transport links und rechts etwas mehr als eine Handbreit Platz gehabt habe. „Das war beeindruckend, wie sicher die die Fahrzeuge gelenkt haben“, sagte Dr. Mangold. Am Mühlenpark setzten die Logistik-Experten den „Braunen Salon“, wie der Toilettentrakt im Volksmund wegen seiner Fliesenfarbe genannt wurde, gestern auf Böcke um, um dann statt des 13-achsigen Tiefladers einen beweglicheren Acht-Achser unterzuschieben.

Danach startete Claus Terschlüsen seine auf 27 Tonnen aufgelastete, 500 PS starke, dreiachsige Allrad-Zugmaschine. Währenddessen schob sein Bruder Dirk den Tieflader mit einem 37 Tonnen schweren 660-PS-Truck und einer Schubstange an. Und schon setzte sich der 4,50 Meter breite Schwertransport mit Hilfe der 1160 PS in Bewegung, rollte auf die Abzweigung des Museumswegs zu, um über die Verkehrsinsel gegen die Einbahnstraße den Berg hinaufzubrummen. Polizeibeamte sperrten die B 266 / 477.

An der Verkehrsinsel selbst gab es noch eine kurze Pause, denn die schwere Ladung wurde hydraulisch noch einmal ausgerichtet, die lenkbaren Achsen aufeinander abgestimmt. Auch die 20-prozentige Steigung zum Busparkplatz vor der alten Museumskasse machte dem Gespann keinerlei Schwierigkeiten.

Hier wurden die beiden Schwertransporte - der mit dem 72 Tonnen schweren Flurtrakt folgte gut eine halbe Stunde später - abgestellt, um das Eintreffen des Krans abzuwarten, der in Eschweiler erst noch abgebaut werden musste. Die Zusatzgewichte wurden auf drei Sattelschlepper verladen.

Gestern Nachmittag dann traf die teure Maschine auf dem Kahlenbusch ein, wurde platziert und hob die beiden Kneipenteile auf betonierte Bodenplatten. Ein Teil der Stahlträger, mit denen die Gebäudefragmente für den Transport gesichert worden waren, werden unter dem Haus verschwinden, wie Dr. Vorwig sagte. Das sei von vornherein so eingerechnet worden. Im Juli 2011 soll im Dorfgasthaus „Watteler“ das erste Bier gezapft werden. Am 20. Juli 2011 ist das Museum nämlich 50 Jahre geöffnet. „Notfalls wird im Rohbau gefeiert“, kündigte Museumschef Dr. Mangold an.

 www.kommern.lvr.de



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