Von Manfred Hilgers und Bernd Zimmermann, 22.04.10, 07:00h
Gestern waren Experten der Kran-Firma damit beschäftigt, den Spezialkran zu demontieren und die Zusatzausrüstung auf drei Sattelschlepper zu verladen. Am Dienstagnachmittag hatte der Kran nacheinander den Toilettentrakt, wegen seiner Fliesenfarbe „Braunen Salon“ genannt, und den Flurtrakt am Haken gehabt und auf die vorbereiteten Keller gesetzt. In den nächsten Tagen sollen die Kellerdecken gegossen werden. Anfang Juni werden Museumsmitarbeiter die restlichen Teile der Gaststätte anbauen und den Dachstuhl aufsetzen.
Doch ganz problemlos war die Umsetzung nicht, denn die „Monsterfahrzeuge“ hatten tatsächlich Schwierigkeiten, die richtige Position zu finden. „Im Modell hat alles ganz einfach ausgesehen“, sagte einer der Arbeiter. In einer Computersimulation hatten die Experten getestet, ob sich ihre Vorstellungen in die Realität umsetzen lassen würden. Das war die Theorie. Dann kam die Praxis: Kran-Fahrer Domeniko Alonso bestand darauf, dass die Container nah an seinen Kran herangeschafft werden, sonst hätte er die Last nicht aufnehmen können. Daher musste der Tieflader umgesetzt werden, was ohne zweite Zugmaschine undenkbar war. So zog sich das Abladen der Container den ganzen Tag hin. Erst gegen 17 Uhr stand das Toilettenhäuschen an der vorgesehen Stelle der neuen Gaststätte auf dem Kahlenbusch.
Dafür war die alte Gaststätte „Kahlenbusch“ extra abgerissen worden. Die stammte zwar auch aus den 70er Jahren, war aber aufgrund ihrer Lage nie eine typische Dorfgaststätte wie „Watteler“.
Dort hat Gastwirt Engelbert Weigartz manchem Gast die „Beichte“ abgenommen: „Nach dem siebten Bier wurden die Zungen locker“, erzählte er. Weigartz war 30 Jahre lang Wirt in Eschweiler über Feld. In Kommern möchte er das erste Bier zapfen, wenn die Gaststätte komplett ist.
Gerti Vermaasen, die letzte Eigentümerin des Gasthauses, beobachtete gespannt das Abladen in Kommern. Auch Dr. Josef Mangold verfolgte den Abriss der Kneipe vor Ort sowie den Transport und den Aufbau in Kommern. Die neue Gaststätte fürs Museum scheint ihm eine Herzensangelegenheit zu sein. Doch er kümmerte sich auch um die Arbeiter. Ihnen nämlich spendierte er abends ein Fässchen Bier. „Prost“, sagte Mangold trocken und bat die Leute, kräftig zuzulangen, denn es gab auch noch was zu essen.
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Rundschau zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
22. April 2012,
E-Werk Köln
Kfm. Umschulungen + Seminare in Köln
Holzspielzeug gesucht, gefunden, geliebt