Von Daniela Martinak, 26.04.10, 11:11h
„Die Pferde selbst wiegen 800 bis 1000 Kilogramm, sie können aber weit mehr als das Doppelte ihres eigenen Gewichts ziehen“, erklärte Ingo Esser, Leiter des Waldpädagogikzentrums Eifel. „Dragonne“ stampfte schnaufend etliche Male an der Zupfleine mit bis zu 20 Meter langen Baumstämmen im Schlepptau zwischen Wald und Wiese hin und her.
„Rückepferde müssen ein ruhiges Gemüt und viel Geduld haben. Vor allem aber müssen sie belastbar sein. Anstrengend ist das Ganze für die Tiere schon. Mit allen Pferden kann man das nicht machen“, erläuterte Hamen. Er betreibt einen landwirtschaftlichen Betrieb in Luxemburg, bei dessen täglichen Arbeiten hauptsächlich Pferde zum Einsatz kommen. Dazu gehört auch „Dragonne“, der ihm hilft, Bau- und Brennholz vom Wald zum Sägewerk zu bringen.
„Die Rückepferde ziehen die Besucher Jahr für Jahr magisch an. Es ist ja auch schon Wahnsinn, die Tiere bei ihrer Arbeit zu beobachten“, findet Esser. Elf Rückepferde aus der Region, auch aus Belgien, Luxemburg und dem Bergischen Land, hatten gemeinsam mit ihren Besitzern, den so genannten „Rückern“, die Reise nach Kommern angetreten, um Teil der vielen Programmpunkte der Veranstaltung „Rückepferde und Unimogs“ zu werden.
Bereits zum siebten Mal fand die Veranstaltung in Kooperation mit dem Landesbetrieb Land und Holz NRW statt. Das Besucherinteresse ist eine Bestätigung für die Organisatoren. „Wir erwarten wieder über 3000 Besucher, die hier sehen können, wie Waldarbeiten heute erledigt werden und wie vor hundert Jahren gearbeitet wurde“, sagte der Leiter des Waldpädagogikzentrums.
Nicht nur die Rückepferde zogen die Besucher an. Auch das alte Sägewerk, das noch von einem Traktor angetrieben wird, sorgte für reges Interesse. Zu sehen waren aber auch historische Traktoren und Holztransporter, die das Holz bis zur Sägemühle brachten, wo dann Zimmerleute mit Wasserkraft die Stämme zu Brettern verarbeiteten.
Am Sonntag konnten sich alle Interessenten dann so richtig austoben. Denn Holzhauen war angesagt, und zwar im Akkord. „Die diesjährige Holzhauermeisterschaft wird wieder ein großer Spaß“, sagte Esser. Dabei ging es nicht nur um Kraft und Ausdauer, sondern auch um Geschick. Die 20 Teilnehmer, die sich angemeldet hatten wurden in zwei Durchläufen getestet. „Im ersten Durchlauf müssen die Paare jeweils zwei Holzscheiben, die möglichst genau fünf Zentimeter dick sind, von einem Baumstamm absägen. Im zweiten Durchgang geht es darum, eine Fallkerbe in einen stehenden Baum zu sägen“, erklärte der ehemalige Oberförster Horst Pankatz. Auch Walter Dietrich und Heiko Zöll aus Blumenthal hatten sich dafür mit an den Start begeben. Schnaufend mussten sie nach dem ersten Durchgang erst einmal ein Päuschen machen. „Es ist wahnsinnig anstrengend. Das glaubt man gar nicht“, sagte Zöll. Anstelle einer Motorsäge hatten die beiden nämlich nur eine Hobelzahnsäge für zwei Mann zu Verfügung. „Der Trick bei der Sache ist, dass die Säge nur auf Zug arbeitet und nicht auf Druck“, verriet Pankatz. Diesen Trick hatten die Teilnehmer aber bald raus.
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