Von KLAUS HEIMERS, 25.04.10, 23:00h
In beiden Partien konnte man sich überzeugen, dass sich hier die beiden zur Zeit stärksten Mannschaften im Finale gegenüberstanden. In einer auf höchstem Niveau stehenden Partie begegneten sich beide Mannschaften nahezu auf Augenhöhe. Am Ende war die Enttäuschung auf Beueler Seite naturgemäß groß, aber alle Verantwortlichen, vor allem die Akteure selbst, konnten zumindest mit erhobenem Haupt die Spielstätte verlassen. Sie hatten ihr Bestes gegeben, es hatte nur knapp nicht gereicht. Die Zuschauer dankten es trotz der Niederlage mit stehenden Ovationen.
Man könnte sicherlich mehrere Gründe für die Niederlage anführen. So fehlte mit Anthony Clark ein wichtige Stütze wegen einer Verletzung. Selbst Michael Fuchs, einer der stärksten deutschen Doppelspezialisten im Team der Gäste, räumte ein: Mit Clark gegen uns wäre es vielleicht anders ausgegangen. So hatten wird an diesem Wochenende den größeren Kader und dadurch gewisse Vorteile." Rahjiv Ouseph musste gegen Dieter Domke beispielsweise bereits zum vierten Mal ran, während der deutsche Nationalspieler erst seine zweite Partie bestritt. Auch Marc Zwiebler war überzeugt: Mit Anthony Clark hätten wir nicht verloren." Auch die Reihenfolge der einzelnen Spiele kam dem Meister entgegen. Die Beueler mussten in beiden Spielen von Beginn an einem Rückstand hinterherlaufen, ein Kraftakt, den man kaum in zwei Spielen an zwei aufeinander folgenden Tagen mit Erfolg bewältigen kann. Der entscheidende Grund aber lag schlicht und einfach darin, dass der Titelverteidiger auf den Punkt genau seine Höchstform abrufen konnte, während die Beueler doch auf einigen Positionen schwächelten. So hatte niemand damit gerechnet, dass das Damendoppel Birgit Overzier / Heather Olver und Carl Baxter im dritten Herreneinzel an beiden Tagen leer ausgehen würden. Beide präsentierten sich nicht in absoluter Topform. Mit einer Heather Olver und einem Carl Baxter in Höchstform wäre es anders ausgegangen", war sich Trainer Marc Hannes sicher.
Vielleicht war es aber auch das größere Selbstvertrauen der Gäste. Michael Fuchs: Wir haben durch die erfolgreichen letzten Jahre sicher ein Ur-Vertrauen in unsere Leistungsfähigkeit. Das war im letzten Jahr gegen Berlin so, als wir nach einem 0:4 noch zurückgekommen sind, und es war auch heute so.
Dieses unabdingbare Selbstvertrauen hatten die Beueler sichtlich nicht. Die Einstellung stimmte ohne Einschränkung, es waren nur Nuancen, die über Sieg und Niederlage entschieden. Aber eben die entscheidenden Nuancen in einem Spiel auf Augenhöhe. Enttäuscht, aber in der Gewissheit, den Sonntagnachmittag nicht unnütz vergeudet zu haben, verließen die Zuschauer die Halle. Was bleibt ist für die Beueler auch nur ein schwacher Trost: Beide Spiele waren eine Werbung für den Badminton-Sport", so Beuels Evi Zwiebler.
Bischmisheim - Beuel 4:4: 1. HD: Fuchs / Hopp - Kindervater / Maywald 21:18, 21:18, 2. HD: Cassel / Schöttler - Zwiebler / Ouseph 20:22, 10:21; DD: Konon / Wengberg - Overzier / Olver 21:13, 20:22, 21:17; 1. HE: Navickas - Zwiebler 16:21, 12:21, 2. HE: Domke - Ouseph 12:21, 17:21, 3. HE: Reuter - Baxter 23:21, 21:12; DE: Konon - Cann 21:13, 21:16; MIX: Hopp / Wengberg - Kindervater / Overzier 21:17, 14:21, 23:25.
Beuel - Bischmisheim 2:5: 1. HD: Kindervater / Maywald - Fuchs / Schöttler 14:21, 13:21, 2. HD: Zwiebler / Ouseph - Cassel / Hopp 21:8, 21:18; DD: Overzier / Olver - Konon / Wengberg 17:21, 20:22; 1. HE: Zwiebler - Navickas 21:14, 21:9, 2. HE: Ouseph - Domke 11:21, 21:18, 15:21, 3. HE: Baxter - Reuter 24:26, 21:18, 7:21; DE: Cann - Konon 16:21, 11:21;
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