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Kriminalität gesunken

„Eine ganz entspannte Lage“

Von Carsten Schultz, 27.04.10, 07:03h

Im kleinen Siebengebirgsstädtchen Bad Honnef ist die Kriminalität im Jahr 2009 deutlich gesunken. Insgesamt gingen die Straftaten um 5,8 Prozent zurück. Eine starke Zunahme registrierte die unterdessen Polizei bei den Einbrüchen.

BAD HONNEF - Im kleinen Siebengebirgsstädtchen Bad Honnef ist die Kriminalität im Jahr 2009 deutlich gesunken. Insgesamt gingen die Straftaten um 5,8 Prozent auf 1436 zurück. Diese Zahl nannte gestern Bonns Polizeipräsident Wolfgang Albers, dessen Behörde auch für die beiden Siebengebirgsstädte Königswinter und Bad Honnef zuständig ist. Albers sprach von einer „ganz entspannten Lage“, Bad Honnefs Bürgermeisterin Wally Feiden sogar von einer „Insel der Glückseligkeit“. Beide trafen sich gestern zum jährlichen Sicherheitsgespräch.

Ein starke Zunahme registrierte die Polizei bei den Einbrüchen. Sie stiegen von 85 (im Jahr 2008) auf 152 (2009). Die Zahl der Wohnungseinbrüche erhöhte sich von 26 auf 44. „Wir wissen um die Beeinträchtigung für die Betroffenen“, wies Albers auf die besondere Bedeutung der Wohnungseinbrüche hin. Der materielle Schaden sei oft gering, der immaterielle Schaden dagegen sehr hoch, weil sich die Menschen nach einem derart schweren Eingriff in ihre Intimsphäre „in ihren Häusern nicht mehr wohl fühlen“. Entsprechend habe seine Behörde im Kampf gegen die Wohnungseinbrüche Schwerpunktaktionen und Kontrollen initiiert, auch um potenzielle Täter abzuschrecken.

Ein „Ausreißer“ in der Kriminalstatistik für Bad Honnef ist auch die Zunahme der Raubfälle von 6 (2008) auf 15 (2009). Darin enthalten sind allerdings eine Reihe von Tankstellenüberfällen, die die Polizei im Laufe des Jahres aufgeklärt hat (die Rundschau berichtete). Bei der Gewaltkriminalität registrierte das Präsidium insgesamt 36 Fälle (2008: 37), bei der Straßenkriminalität 555 (2008: 564). Bei der Straßenkriminalität spielt nach wie vor der Fahrraddiebstahl eine große Rolle, der mit 176 der Polizei gemeldeten Fällen (2008: 178) für eine Kleinstadt wie Bad Honnef immer noch sehr hoch ist. Geradezu „weggebrochen“ (Albers) ist dagegen der Diebstahl aus Pkw von 168 Fällen (2008) auf 47. Die Rauschgiftdelikte gingen im Jahresvergleich von 15 auf 6 Fälle zurück.

Um einen Vergleichsmaßstab für die Kriminalitätsbelastung einer Stadt zu haben, greifen die Statistiker auf die so genannte Kriminalitätshäufigkeitsziffer (Straftaten pro 100 000 Einwohner) zurück. Sie liegt in Bad Honnef bei 5764 (2008: 6097). Zum Vergleich: Für den Zuständigkeitsbereich des Bonner Polizeipräsidiums liegt sie bei 9815.

Gestiegen ist nach Angaben von Hauptkommissar Bert Kluth, Leiter der Wache in Ramersdorf, die Zahl der Unfälle in Bad Honnef, und zwar von 243 (2008) auf 264 (2009); in den Jahren 2006 und 2007 lagen sie mit 277 beziehungsweise 282 aber noch deutlich höher. Wie in den beiden Vorjahren hat es erneut in Bad Honnef keinen tödlichen Unfall gegeben. Die Zahl der verletzten Kinder sank im Jahresvergleich von 8 auf 6, die der verletzten jungen Erwachsenen (18 bis 24 Jahre) von 16 auf 11 und die der verletzten Senioren von 10 auf 9. Die Zahl der verletzten Fußgänger stieg von 9 auf 13, die der verletzten Radfahrer von 9 auf 18, und die Zahl der verletzten Autofahrer sank von 52 auf 44. Als Unfallschwerpunkt galt der Polizei bisher das kurvenreiche Schmelztal (Landstraße zwischen Bad Honnef und Aegidienberg), wobei die Zahlen hier laut Kluth nach der Fahrbahnsanierung „stark rückläufig“ sind. Ein zweiter Unfallschwerpunkt ist die Kreuzung Rottbitzer Straße / Rederscheider Weg / Landstraße 247, wo es nach der Ansiedlung der Discounter häufiger kracht.

Mit Blick auf Beschwerden wegen Lärmbelästigungen brach Bert Kluth ausdrücklich „eine Lanze für die Jugendlichen“: 95 Prozent von ihnen benähmen sich vernünftig, nur eine Minderheit halte sich nicht an die Spielregeln. Konkret zur Internationalen Fachhochschule und ihren Studenten sagte Bad Honnefs Ordnungsamtsleiter Richard Thomas, dort sei es nach einem Gespräch mit der FH-Leitung im vergangenen Jahr „deutlich besser geworden“.



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